Vertrauensfrage

27.04.2021

(v.l.n.r) Detlef Voit, Leiter Service-Center Privatkunden und Matthias Sattler, Leiter Vertrieb Alte Leipziger Lebensversicherung

Die Corona-Pandemie hat auch in der Versicherungswirtschaft tiefe Spuren hinterlassen, obwohl die Branche echte Nehmerqualitäten gezeigt hat. Überraschend gut ist offenbar das BU-Geschäft gelaufen. finanzwelt sprach hierzu mit zwei Managern der in diesem Bereich besonders profilierten Alten Leipziger Lebensversicherung – Matthias Sattler, Leiter Vertrieb und Detlef Voit, Leiter Service-Center Privatkunden Alten Leipziger Lebensversicherung.

finanzwelt: 2020 war ein außergewöhnliches Jahr und 2021 ist es auch, auch für den Versicherungsvertrieb. Wie hat die Alte Leipziger dieses Vertriebsjahr erlebt und wie geht es momentan weiter, insbesondere im Bereich der Arbeitskraftabsicherung? Die BU zählt immerhin zu den beratungsintensiven Produkten und eine persönliche Beratung war und ist nahezu unmöglich. Matthias Sattler» 2020 lief aus unserer Sicht überraschend gut, insbesondere im Bereich der BU. Wir sind 2020 mit einem neuen Tarif gestartet, der neben vielen Bedingungshighlights insbesondere einen individuellen und fairen Beitrag beinhaltet. Das kam gut an. Zusätzlich ist durch die Pandemie das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung gestiegen. Dieser Umstand könnte zu den knapp 40 % mehr Anträgen im BU-Bereich auch seinen Teil geleistet haben.

finanzwelt: Wie effektiv ist denn in der Corona-Pandemie die Kommunikation zwischen Ihren Makler-Betreuern und den Maklern? Funktioniert das auf Distanz? Sattler» Was wir uns 2019 nicht vorstellen konnten, haben wir 2020 umgesetzt: die komplette Kommunikation mit unseren Vermittlern virtuell zu führen. Unsere Veranstaltungen und Weiterbildungsmöglichkeiten haben wir komplett auf Webinare umgestellt. Und das wird gut angenommen: Wir erreichen wesentlich mehr Geschäftspartner. Es ist halt einfacher, sich virtuell zuzuschalten, als auf Reisen zu gehen, um an einer Veranstaltung teilnehmen zu können. Ich freue mich allerdings auch darauf, unsere Geschäftspartner hoffentlich bald wieder persönlich begrüßen zu dürfen.

finanzwelt: Arbeitnehmer aus den unterschiedlichsten Branchen werden noch das ganze Jahr in Kurzarbeit sein. Den monatlichen Beitrag für ihre BU-Absicherung können sich deshalb einige Kunden zurzeit nicht leisten. Eine Kündigung sollte nur die letzte Lösung sein. Bietet die Alte Leipziger Alternativen, um diese Zeit zu überbrücken? Detlef Voit» Eine Kündigung ist immer die letzte Lösung. Neben Herabsetzungen, Beitragsfreistellungen und -pausen bieten wir aufgrund der Corona-Pandemie die Möglichkeit einer zinsfreien Stundung für sechs Monate. Anschließend hat der Kunde mehrere Möglichkeiten der Rückzahlung der gestundeten Beiträge. In den meisten Fällen ist auch eine Verrechnung mit dem Guthaben möglich.

Ursachen für Berufsunfähigkeit – Einheit in %

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