Versicherungsschutz für Studierende

24.06.2021

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Studenten sind in der Regel zunächst über ihre Eltern versichert. Fließen regelmäßige Einkünfte aus begleitenden Beschäftigungsverhältnissen, z. B. als Werksstudent, studentische Hilfskraft an der Uni oder Vollzeitbeschäftigungen während der Semesterferien, kann sich der Status ändern. Welche Versicherungen müssen Studenten jetzt abschließen und sind langfristige Verträge in dieser Phase sinnvoll?

Für Studierende endet die Mitgliedschaft in der Familienversicherung mit Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung von monatlich 470 Euro oder aber mit Vollendung des 25. Lebensjahres. Ausnahmen gelten für Studierende bis zur Vollendenden des 30. Lebensjahres oder sogar darüber hinaus, wenn erschwerende Bedingungen vorliegen, wie z. B. persönliche oder familiäre Gründe oder die Mitarbeit in einem gesetzlich vorgesehenen Gremium oder Organ. Seit 2020 ist die Semesterzahl nicht mehr relevant. Nachdem die Familienversicherung nicht mehr greift, sind eine Reihe von Versicherungen verpflichtend abzuschließen. Erhalten Studierende staatliche Leistungen in Form von BAföG, können Zuschüsse für die Beitragszahlungen beantragt werden.

Kranken- und Pflegeversicherungen

Der Beitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung von Studierenden wird anhand der BAföG-Bedarfssätze berechnet und beträgt aktuell 76,85 Euro. Die Wahl der optimalen Krankenkasse hängt von persönlichen Präferenzen ab, denn einige Anbieter erheben Kassen-individuelle, einkommensabhängige Zusatzbeiträge. Ändert sich das Beschäftigungsverhältnis und stehen unvermutet höhere Beiträge an, stellen Studierende unter Umständen erst dann fest wie hoch ihre individuellen Beiträge ausfallen. Werden Zusatzbeiträge erstmalig erhoben oder erhöht, haben Versicherte das Recht zur Sonderkündigung. Die Krankenkasse wechseln Student und Studentin in dem Fall ohne Frist. Die studentische Versicherungspflicht gilt als ausgesprochen günstig, da diese Versicherten sich in erster Linie dem Studium widmen sollten. Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden, gilt eine geringfügige Beschäftigung als versicherungsfrei. Nach Abschluss der Versicherung beantragen Studierende den Nachweis über den Versicherungsstatus bei ihrer Krankenkasse. Dieser Nachweis ist verpflichtend bei der Hochschule einzureichen.

Krankenversicherung während des Auslandssemesters

Planen Studierende ein oder zwei Semester an einer Uni im Ausland, hängt die Versicherungsleistung von dem Ort ab, an dem das Studium weitergeführt wird. In Europa greift in der Regel ein Sozialabkommen zwischen den beiden Ländern und Studierende, die gesetzlich krankenversichert sind, können ortsübliche Leistungen in Anspruch nehmen. Da z. B. Krankenrücktransporte nicht inbegriffen sind, sollten Studierende eine Auslandskrankenversicherung in Betracht ziehen. Außerhalb Europas bietet die gesetzliche Krankenkasse keinen Schutz. Studierende sollten die diversen Anbieter auf Prämie, Bedingungen und Leistungen kritisch prüfen. Diese Versicherungen werden für einen vorab definierten Zeitraum abgeschlossen, daher stellt die Krankenkasse wechseln Student und Studentin im Ausland vor eine umfangreiche Wahl.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Studierende

Gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber äußerst sinnvoll ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Studierende. Krankheit oder Unfall während des Studiums könnten zur Folge haben, dass Studierende anschließend nicht in der Lage sind, zu arbeiten und sich selbst zu versorgen. In jungen Jahren, insbesondere vor Abschluss einer qualifizierten Ausbildung, erscheint dieser Schutz nicht zwingend notwendig; außerdem ist das Geld bei Studierenden trotz BAföG oder Studienkredit häufig knapp. Je früher sich Versicherte für den Vertragsabschluss entscheiden, desto günstiger sind die Bedingungen und die Beiträge niedriger.

Studierende sollten sich bereits vor dem 25. Geburtstag über ihre Möglichkeiten und Pflichten informieren, insbesondere wenn sie begleitend als Werksstudent arbeiten. Sich im Nirwana der verschiedenen Anbieter, Leistungen und Beiträge zu orientieren, nimmt für Ungeübte einige Zeit in Anspruch.

Beitrag von René Quacken, Online Marketing Manager, PerformanceLiebe GmbH & Co. KG