Überflutungen: „Zeigt die Leistungsfähigkeit privater Versicherungen“

19.08.2021

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Das Tiefdruckgebiet „Bernd“ hat im Juli circa 190.000 Schäden an Hausrat, Häusern und Gewerbebetrieben verursacht. Der versicherte Gesamtschaden könnte sich auf über fünf Milliarden Euro belaufen. Angesichts dieser schockierenden Zahlen zeigen sich die Versicherer bei der Schadenregulierung unkompliziert und leisten Vorschüsse im hohen dreistelligen Millionenbereich.

„Es bleibt weiterhin wichtig, dass den Menschen in den betroffenen Gebieten schnell geholfen wird,“ so der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. „Deshalb haben die Schadenaufnahme und schnelle Erstzahlungen im Moment Vorrang. Es wird nicht lange nach Rechnungen und Belegen gesucht, stattdessen gibt es pauschale Vorauszahlungen der Versicherer.“ Die Höhe der Vorschusssummen werden laut Asmussen nach Bedarf und Schadenbild bemessen.

„Die Unternehmen haben bislang Vorschüsse in Höhe von rund 700 Millionen Euro an ihre Kunden ausgezahlt“, berichtet Asmussen. Davon entfallen gut 500 Millionen Euro auf Schäden im privaten Bereich wie Wohngebäude, Hausrat und Kraftfahrzeuge sowie knapp 200 Millionen Euro auf gewerbliche Risiken.“ Diese schnell geleistete hohe Summe zeige die Leistungsfähigkeit privater Versicherungen bei solchen Katastrophen, stellt der Hauptgeschäftsführer des GDV fest.

Insgesamt rechnet die deutsche Versicherungswirtschaft mit einem versicherten Gesamtschaden von 4,5 Milliarden bis 5,5 Milliarden Euro. Leider befürchtet Asmussen eine Summe, die sich eher am oberen Rand dieser Schätzung bewegen wird. Grundsätzlich habe die Flut erneut vor Augen geführt, wie entscheidend eine Absicherung gegen Naturgefahren wie Starkregen und Überschwemmung ist.

Daraus ergibt sich eine klare Mission für die Versicherungsunternehmen: Laut Asmussen wollen sie die Verbreitung der Naturgefahrenversicherung von bundesweit bislang unter 50 Prozent deutlich steigern. „Es gilt auch jene zu erreichen, die trotz der jüngsten Flutkatastrophe nicht glauben wollen, dass auch sie von Naturgefahren betroffen sein können“, zeigt sich der Hauptgeschäftsführer entschlossen. (sh)