Früheres Rentenalter dominiert private Planungen

04.11.2022

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Das frühere Renteneintrittsalter von 65 Jahren ist für viele Bürger bei ihren privaten Altersvorsorgeplanungen weiterhin der dominierende Zeitpunkt. Zu diesem Schluss führen Auswertungen umfangreicher Datensätze, die gemeinsam vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) und dem Internet-Portal finanzen.de vorgenommen wurden. Das Portal leistet Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten ergänzenden Altersvorsorge.

Bei dem Wunschalter für den Rentenbeginn, das die Besucher bei ihren Recherchen vorgaben, zeigt sich eine klare Tendenz: 51 %nannten das Alter 65 als Beginn für die eigene Altersvorsorge. „Offenkundig ist die frühere Regelaltersgrenze noch so im Denken verankert beziehungsweise wird noch so heftig zurückgesehnt, dass die Hälfte derer, die sich nach einer privaten Altersvorsorge erkundigen, dieses Alter präferiert“, erklärt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Es gibt kein anderes Alter, das auch nur annähernd eine solch große Zustimmung findet wie 65, obwohl die Anhebung des gesetzlichen Rentenalters bereits seit dem Jahr 2012 läuft.

Rund ein Zehntel der Nutzer auf finanzen.de verortet den passenden Rentenbeginn sogar bei 60 Jahren, also deutlich früher, als es selbst unter Ausnutzung der Regeln für langjährig Versicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung möglich ist. Alles in allem wünscht sich eine deutliche Mehrheit einen Rentenbeginn, der vor der Regelaltersrente liegt. „Das korrespondiert auch mit den Erfahrungen der gesetzlichen Rentenversicherung, die einen zunehmenden Anteil von früheren Renteneintritten unter Inkaufnahme von Rentenabschlägen beobachtet“, fügt Morgenstern hinzu. Eine ergänzende private Versicherung könnte bei einem Rentenbeginn vor dem gesetzlichen Rentenalter die Abschläge ausgleichen.

Für das DIA-Dossier „Online-Recherchen zur Altersvorsorge – Wer plant was und vor allem wann?“ standen 155.000 Datensätze in anonymisierter Form zur Verfügung. Sie stammen aus den Jahren 2019 bis 2021. Die ausgewertete Stichprobe ist aufgrund ihres Zustandekommens nicht repräsentativ, bildet also nicht den Bevölkerungsquerschnitt ab. Die Daten haben aber im Hinblick auf die Planungen der erfassten Personen Aussagekraft, da das Interesse an Altersvorsorge ausgeprägt ist. Immerhin nehmen sie sich Zeit auf der Plattform und hinterlassen absichtlich Daten, um zu einer passenden Lösung zu kommen. (hdm)