Bitcoin Spot-ETFs in den USA zugelassen

12.01.2024

Karim Abdel Mawla ist Research Associate bei 21.co. - Foto: © 21.co.

Monatelang hielten die Zulassungsverfahren für Krypto-Spot-ETFs in den Vereinigten Staaten die Finanzwelt in Atem. Nachdem sich die Zeichen immer weiter zuspitzten, war es in der Nacht von 10. auf den 11. Januar endlich soweit und die US-Börsenaufsicht SEC erteilte elf Krypto-Spot-ETFs die Handelserlaubnis.

Zuvor, am 3. Januar, hatte die auf Kryptowährungen spezialisierte Finanzdienstleistungsplattform MatrixPort einen Bericht veröffentlicht, in dem spekuliert wurde, dass die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC Anträge für einen Bitcoin-Spot-ETF aufgrund des herrschenden politischen Drucks innerhalb der Behörde in diesem Monat ablehnen würde und diese erst später genehmigen könne. Der Kurs von BTC war um 4,8 % zurückgegangen – eine Entwicklung, die jedoch vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen ist: Das stark ansteigende Open Interest (d.h. eine steigende Zahl an ausstehender Terminkontrakte sowie Optionen bei Bitcoin) sowie eine hohe Finanzierungsrate. Die Kursentwicklung könnte also an einem übermäßig gehebelten Markt gelegen haben, der nach einer Korrektur verlangte.

Finanzierungsrate von Bitcoin - Quelle: © glassnode<br>Finanzierungsrate von Bitcoin - Quelle: © glassnode

Nichtsdestotrotz lässt sich sagen, dass die Aussichten für das größte Krypto-Asset aktuell robust zu sein scheinen. Das spiegelt sich auch im Vertrauen langfristiger Investoren wieder: Noch nie in der Geschichte von Bitcoin machten langfristige Investoren, also jene, die seit einem Jahr oder mehr Bitcoin hielten, einen so großen Anteil aller Bitcoin-Besitzer ­aus: ganze 67 %.

Prozentualer Anteil des BTC-Angebots, das vor mehr als einem Jahr umgeschichtet wurde - Quelle: © glassnode<br>Prozentualer Anteil des BTC-Angebots, das vor mehr als einem Jahr umgeschichtet wurde - Quelle: © glassnode

Celsius leitet Liquidationsverfahren ein

Celsius war Dienstleister, der Kredite in Kryptowährungen zwischen Anlegern und Kreditnehmern vermittelte und Kreditgebern Zinsen versprach, die letztlich nicht durch die Einnahmen des Unternehmens gedeckt werden konnten. Als Folge meldete Celsius im Juli 2022 Insolvenz an und begann gleichzeitig damit, die Gelder seiner Kunden einzufrieren.
Bis heute warten Zehntausende Anleger auf ihre Entschädigung. Nun verkündete das Unternehmen die Freigabe von 206.000 ETH (Ethereum), mit denen die Rückzahlung an die Gläubiger gestartet werden soll. Diese Summe (umgerechnet rund 450 Mio. Dollar), entspricht rund 0,7 % der insgesamt gestakten ETH, was zu Bedenken führte, dass sich der Verkauf auf den Kurs von Ethereum auswirken könnte. Zugleich wurde jedoch verkündet, dass Celsius die Gelder direkt an Gläubiger (in Form von BTC und ETH) verteilen will, statt diese am Markt gegen Fiat-Geld verkaufen zu müssen. Der Kurs von ETH würde in diesem Fall weniger beeinträchtigt.

Letztlich hat die Entwicklung dennoch Auswirkungen auf Ethereum, und zwar insbesondere auf die sogenannte „Exit Validator Queue“: Jedes Mal, wenn ETH-Staker, also jene Ethereum-Besitzer, die ihre Vermögenswerte zur Generierung von Erträgen hinterlegt haben, diese veräußern wollen – also „unstaken“ ­– müssen sie diese Wartezeit durchstehen. Das liegt an der begrenzten Kapazität des Netzwerkes, diese Änderungen zu verarbeiten. Durch die Veräußerungen von Celsius dauert der vollständige Ausstieg aus dem Staking-Prozess mittlerweile fast 14 Tage. Zugleich ist dadurch aber auch die Staking-Rendite, also der zu erwartende Ertrag für Staking, angestiegen – von zuvor 3,088 % auf nun 3,117 %.  

Warteschlange von Ethereum-Validatoren - Quelle: © Ethereum Validator Queue, TheBlockWarteschlange von Ethereum-Validatoren - Quelle: © Ethereum Validator Queue, TheBlock

Arbitrum erweitert die Anpassungsmöglichkeiten

Arbitrum ist eine Layer 2-Lösung, die schnellere und günstigere Transaktionen mittels sogenannter "Rollups" (Transaktionsbündel) auf Basis der Ethereum-Blockchain ermöglicht. In diesem Zusammenhang lancierte Arbitrum Orbit, eine Entwicklungslösung, mit der Nutzer ihre eigenen Blockchains und nun auch eigene Gas-Token erstellen können. Das Konzept der Gas-Token steht mit den Gas-Gebühren in Verbindung, mit denen Transaktionen auf Ethereum bezahlt werden. Statt diese in ETH zu bezahlen, können Nutzer Gas-Token erwerben und so praktisch im Voraus für Transaktionen bezahlen – im besten Fall, wenn diese niedrig sind. Dieser Mechanismus kann den Nutzern eine Möglichkeit bieten, sich gegen einen möglichen Anstieg der Gaspreise abzusichern.

Kursverlauf von ETH vs. ETH Beta(s) vs. SOL - Quelle: ©TradingViewKursverlauf von ETH vs. ETH Beta(s) vs. SOL - Quelle: ©TradingView

Das nun vorgestellte Update von Orbit stellt sicher, dass auf Orbit basierende Netzwerke einen Nutzen für ihre Token schaffen und gleichzeitig fortschrittliche Funktionen wie die sogennante „Gas-Subventionierung“ (siehe oben) anbieten können. Dieses Maß an Flexibilität stellt Arbitrum auf eine Stufe mit der Cosmos-Blockchain, was es zu einer günstigeren Option für Entwickler macht. Mit der Ankündigung der optimierten Architektur von Arbitrum und der bevorstehenden Implementierung des Ethereum-Upgrades Dencun, das für Februar erwartet wird, ist das Interesse an Arbitrum sowie an anderen High-Beta-Titeln im Ethereum-Netzwerk wie Optimism und Lido wieder gestiegen – siehe dazu die Kursentwicklung in der untenstehenden Grafik. Wir gehen daher davon aus, dass die oben genannten Vermögenswerte im Vorfeld des Upgrades gut abschneiden werden.

Kolumne von Karim Abdel Mawla, Research Associate bei 21.co.

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