Bereit für die Zukunft

27.12.2022

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„Frauen in der Finanzwelt“ ist mit der letzten Ausgabe der finanzwelt in 2022 bereits ein Jahr alt geworden. Im Dezember 2021 startete die Serie mit dem finanzwelt-Roundtable zum Thema „Frauen in der Finanzbranche“. Seitdem kamen hochkarätige Vertreterinnen der Branche darin zu Wort und verschiedene Aspekte des Themas wurden beleuchtet. Das Fazit nach zwölf Monaten lautet trotz vieler positiver Eindrücke: Gerade in unserer schönen Branche ist noch viel zu tun.

Es gibt sie, die Vorständinnen, Portfoliomanagerinnen, Geschäftsführerinnen, erfolgreiche Finanzberaterinnen, das hat „Frauen in der Finanzwelt“ verdeutlicht. Doch obwohl mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Finanz- und Versicherungsdienstleistungssektor weiblich sind, liegt der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unter 30 %, in der ersten Führungsetage nicht mal bei 20 %. Das hat Anfang 2022 erneut eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ermittelt. Die Führungsfrauen, mit denen wir im Rahmen der Reihe sprachen, wie u. a. Stefanie Schlick, die R+V Vorständinnen Claudia Andersch und Julia Merkel, Kristina August aus der blau direkt Geschäftsleitung, Beate Heinisch, Vorständin der AXA Konzern AG oder Christine Schönteich, Mitglieder der Geschäftsführung von Fonds Finanz, sind damit (noch) Ausnahmen statt die Regel.

It’s a Man’s World

Und auch in der Beraterschaft sind mehr Ansprechpartnerinnen besonders für eine weibliche Zielgruppe von Vorteil. Die Studie „Frauen in der Finanzwelt – Gender Gaps und nicht erkannte Bedürfnisse“ des Sparkassen Innovation Hubs (S-Hub) von Anfang 2022 zeigt, dass Female Economy einen größeren Wachstumsmarkt als China und Indien zusammen darstellt. Die Untersuchung verdeutlicht aber, dass die Branche nicht ausreichend auf diese Zielgruppe eingestellt ist. Finanzdienstleistungen sind laut S-Hub oft auf Männer zugeschnitten, finanzielle Situationen von Frauen, unterschiedliche Lebensrealitäten und -phasen werden dabei nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem fühlen sich Frauen laut Studie nicht verstanden und leider auch oft schlecht beraten.

Auf beiden Seiten gibt es also einen Platz am Tisch, der neu besetzt werden muss. „Wir Frauen müssen uns in einer von Männern dominierten Welt tagtäglich beweisen. Bevor ich angefangen habe, Beratern aus der Finanzbranche zu helfen, war ich selbst als Finanzberaterin tätig. Ich selbst kenne diesen Druck, sich beweisen zu müssen, zu gut. Doch meiner Meinung nach hat sich die Einstellung zu Frauen in der Finanzbranche in den letzten Jahren sehr verändert. Hiermit möchte ich alle Frauen motivieren, in der Branche anzufangen und die Chance zu nutzen. Ihr könnt viel mehr, traut Euch!“, appelliert auch Jil Langwost, erfolgreiche Marketingberaterin & Leadexpertin. (lb)