Bella Figura

17.12.2019

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Vor rund zwei Jahrzehnten kamen die ersten Riester-Verträge in den Verkauf. Das Modell war nicht als zusätzliche Altersvorsorge eingeführt worden, sondern um Lücken zu schließen, die eine Reform der gesetzlichen Rente gerissen hatte. Entgegen allen Unkenrufen haben sich die Policen bewährt. Allerdings könnte der Staat sie noch attraktiver machen. Das fordern Versicherer und externe Experten.

Rund 17 Jahre nach ihrer Einführung ist die Riester-Rente hinsichtlich der Rentabilität, der Marktdurchdringung, der Kundengruppen, die sie erreichen sollte, sowie ihrer Verbreitung ein Erfolg. Zu diesem Schluss kommt eine gemeinsame Studie der DWS Group und des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Demnach erreicht die Riester-Rente alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere niedrige und mittlere Einkommensgruppen, Frauen sogar überproportional. Der Riester-Rendite-Index des IVFP ergibt für das Jahr 2018 eine Rendite von 3,4 % nach Kosten und Steuern. Außerdem übersteigt die Rente nach Steuern die Einzahlungen im Alter von 78 Jahren. Die Riester-Rentenempfänger erreichen also etwa nach 14 Jahren die Gewinnzone. Bei einer unterstellten Lebenserwartung von 86 Jahren folgen durchschnittlich acht weitere Jahre Rentenbezug. Es bestehe jedoch auch dringender Reformbedarf. Abzuklären, wer unmittelbar zu den staatlichen Zuschüssen und Steuervorteilen berechtigt ist, sei sehr komplex. Die Fördersystematik und die Verwaltung der Verträge müssten vereinfacht werden. Ebenso sollte die obligatorische Beitragsgarantie flexibilisiert werden und den Kunden die Wahlmöglichkeit gegeben werden, in chancenreichere Produkte zu investieren. Nach wie vor gäbe es aufgrund der verpflichtenden Beitragsgarantie eine viel zu geringe Tarifauswahl und -vielfalt in der Riester-Rente. Kern des Reformvorschlags ist die Abschaffung von unmittelbarer und mittelbarer Förderung.

Wer unbeschränkt steuerpflichtig oder sozialversichert ist, soll förderberechtigt sein und neben den Grund- und Kinderzulagen eine Förderung von mindestens 50 % auf jeden Euro Eigenleistung erhalten. Im Ergebnis sollten sich die zukünftigen Renten je nach Einkommensgruppe zwischen 30 und 38 % erhöhen. Die Ausweitung der Riester-Rente auf alle unbeschränkt Steuerpflichtigen und die ungekürzte Zahlung der vollen Kinderzulage ab 60 Euro Eigenleistung könnte die Rückforderungen von Zulagen weitgehend verhindern.

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