„Als Verhandlungspartner inakzeptabel!“

30.09.2013

Der Hamburger Rechtsanwalt Matthias Gröpper hat in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" (Ausgabe vom 30.09.2013) gefordert, dass das Management der Wölbern Invest KG komplett ausgetauscht werden muss.

(fw/kb) „Dessen Reputation ist so schwer beschädigt, dass es als Verhandlungspartner für eine anstehende Sanierung inakzeptabel ist", sagte Gröpper. Seine Kanzlei hatte Strafanzeige gegen das Emissionshaus Wölbern Invest und dessen Chef Heinrich Maria Schulte erstattet. In der vergangenen Woche wurde Schulte verhaftet. Ihm wird gewerbsmäßige Untreue in mehr als 300 Fällen vorgeworfen. Den Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft zufolge soll Schulte 137 Millionen Euro aus Immobilienfonds von Wölbern Invest unrechtmäßig abgezweigt haben. In Höhe von 37 Millionen Euro soll er sich dabei persönlich bereichert haben. „Ich erwarte von der neuen Führung, dass sie den Verbleib der offenbar veruntreuten Gelder lückenlos aufklärt und die daraus folgenden Schadensersatzansprüche gegenüber Schule geltend macht", so Gröpper im „Spiegel".

Gröpper glaubt, dass Schulte sich beim Kauf des Bankhauses Wölbern vor ein paar Jahren übernommen hat: „Er wollte mit den Gewinnen aus dem Bankgeschäft anscheinend den Kaufpreis finanzieren. Die Bank geriet jedoch in die Krise und musste abgewickelt werden. Sein Finanzierungsmodell platzte. Da hat er sich möglicherweise bei seinen Anlegergeldern bedient". Es sei „ein Wahnsinn" gewesen, die Bank damals zu kaufen, die schon in Problemen steckte. „Schulte war wohl der einzige Dumme, der Wölbern noch übernehmen wollte", so Gröpper.