Makler mit BU unzufrieden

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Zwei Untersuchungen von Premium Circle Deutschland zeigen, dass in der BU-Versicherung noch einiges im Argen liegt. Während im Frühjahr bereits deutliche Unterschiede bei Bearbeitungsdauer und Leistung festgestellt wurden, offenbart sich nun eine deutliche Unzufriedenheit der Makler mit den AVB.

Die Beratungs- und Informationsgesellschaft Premiumcircle Deutschland (PCD) hat im Rahmen des VorsorgeFachForums am 12. Juni Versicherungsmakler rund um das Thema BU-Versicherung befragt. Insgesamt nahmen 188 Berater an der anonymen Befragung teil. Diese sind im Schnitt knapp 20 Jahre in ihrem Beruf tätig und haben im vergangen Jahr rund 30 BU-Versicherungen abgeschlossen.

60 % der Berater gaben an, dass sie aufgrund der AVB ihren Kunden passende Produkte zur Absicherung des BU-Risikos anbieten. Nur 27 % empfehlen Produkte, weil sie wissen, wie sich das Versicherungsunternehmen im Leistungsfall verhält. Gerade einmal jeder sechste Vermittler legen bei der Produktempfehlung auf Ratings oder Siegel wert. Der Preis spielt für nur 9 % der Vermittler bei der Produktauswahl eine Rolle. Noch weniger Vermittler richten sich nach der Annahmepolitik (3,3 %). Es kann auch nicht behauptet werden, dass es den Vermittlern bei der Vermittlung der BU-Versicherungen lediglich um ihren eigenen Gelbeutel geht, denn nur 1,3 % gaben an, dass sie ihren Kunden den Tarif empfehlen würden, der ihnen selbst die höchste Courtage bringt.

Die Umfrage offenbart zudem, dass die BU-Versicherung für die Vermittler ein wichtiges Produkt ist, denn zwei Drittel der Befragten messen dieser eine hohe Relevanz für den zukünftigen Vertriebserfolg bei.

Deutlicher Verbesserungsbedarf

Trotz der hohen Bedeutung, die den AVB beigemessen wird, besteht hier offenbar noch deutlicher Handlungsbedarf, denn 80 % der Befragten schätzten deren Transparenz und Verständlichkeit als gering oder nur in Teilen gegeben ein. Auch mit dem Verhalten der Versicherer im Leistungsfall sind die Vermittler nur bedingt zufrieden, denn dieses erscheint 75 % der Befragten nicht oder nur teilweise plausibel und intransparent. Lediglich 21,5 % bewerten es als nachvollziehbar und transparent.

Die Ergebnisse zeigen – auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung – den dringend bestehenden Handlungsbedarf der Branche bei Produktgestaltung und Prozessoptimierung. „Die Vertragsbedingungen der BU-Produkte oder vergleichbarer neuer Produkte müssen bei der Beschreibung des versicherten Risikos und der Leistungsvoraussetzungen neu justiert werden“, kommentiert Claus-Dieter Gorr, Geschäftsführer der PCD. „Das Ergebnis ist eindeutig: anstatt die unsägliche Sigelitis fortzusetzen, müssen Versicherer endlich transparenter werden“, so Gorr weiter.

Der Verbesserungsbedarf betrifft allerdings nicht alle Versicherer gleichermaßen, denn bei einer im Frühjahr veröffentlichten PCD-Erhebung zum tatsächlichen Leistungsverhalten der BU-Versicherer wurden erhebliche Unterschiede zwischen den Versicherungsunternehmen festgestellt. Beispielsweise variierte die Ablehnungsquote je nach Unternehmen zwischen 55,8 und 13,9 %. Auch dauert die Bearbeitung je nach Gesellschaft unterschiedlich lange. Während der Durchschnitt bei 95 Tagen liegt, ist 30 Tage der positive Rekordwert. Am längsten dauerte es bei 219 Tage.

„Aus beiden Befragungen kann geschlossen werden, dass Vermittler und Verbraucher faktisch orientierungslos sind im Hinblick auf Leistungsumfang und Regulierungsverhalten der Berufsunfähigkeitsversicherer“, resümierte Gorr. (ahu)

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