Kredite von der Crowd: europaweit Zinsunterschiede nutzen

Pärtell Tomberg / Foto: © Bondora

Die Crowd ist im Investmentuniversum angekommen. Von entsprechenden Investments können Anleger durchaus profitieren. Beispielsweise durch P2P-Kredite. Hierzu ein Kommentar von Pärtel Tomberg, Gründer und CEO von Bondora.

Das Geschäft der Banken ist es, Geld einzusammeln und weiterzuverleihen. Vom Kreditnehmer bekommen sie mehr Zins als sie dem Kreditgeber zahlen. Von der Differenz lebt die Bank nicht schlecht. Das aber können Anleger auch: Peer-to-Peer-Kredite machen es möglich.

Peer-to-Peer (P2P)-Kredite werden von Investoren direkt an Privatpersonen vergeben – ohne eine Bank einzubinden. Die Marge der Bank teilen sich beide Seiten: Der Kreditnehmer zahlt weniger als für den Bankkredit, der Investor oder Kreditgeber erhält mehr als der Banksparer. So lassen sich in Deutschland schon durchschnittlich fünf Prozent Rendite erzielen.

Deutlich mehr wird das, wenn man sich nicht die deutsche Brille aufsetzt sondern eine europäische Perspektive einnimmt. Denn Kreditzinsen und damit die erwartbare Rendite hängen vom Marktumfeld ab. In Deutschland sind die Zinsen recht niedrig und damit auch die Margen der P2P-Plattformen. In anderen Staaten Europas sieht das ganz anders aus: In Estland, Finnland oder Spanien etwa sind Konsumentenkredite sehr teuer. Die EZB listete für 2016 durchschnittliche Zinssätze von etwa 18 Prozent für Estland und Spanien auf. Noch teurer sind dort sogenannte Payday Loans, mit denen nur Tage oder Wochen bis zur Gehaltszahlung überbrückt werden sollen. Diese können etwa in Spanien per anno gerechnet mehr als 500 Prozent Zinsen kosten.

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