Kapitalmarktlage in der Gipfelwoche

Carsten Mumm / Foto: © Donner & Reuschel

Auch in dieser Woche wurde die Nachrichtenlage von US-Präsident Donald Trump dominiert. Der verweigerten Unterzeichnung der G7-Abschlusserklärung, folgte heute Morgen das historische Treffen mit Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un in Singapur. Bei dem Gipfel einigten sich beide auf eine gemeinsame Vereinbarung, zu deren Inhalt derzeit noch nichts bekannt ist. Damit sind die Rückwirkungen auf die Kapitalmärkte aktuell noch begrenzt, da ausschließlich im Falle eines negativen Verlaufes mit nachgebenden Aktienkursen zu rechnen gewesen wäre.

Im weiteren Wochenverlauf liegt der Anlegerfokus auf den beiden Notenbanksitzungen. Die US-Notenbank Fed wird voraussichtlich und wie allgemein erwartet die zweite Leitzinserhöhung in diesem Jahr verkünden. Interessant wird der Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf sein, nachdem sich die US-Konjunktur weiterhin sehr robust entwickelt und die inflationären Tendenzen zuletzt weiter anzogen. Die Pressekonferenz der EZB hingegen hat mehr Potenzial, die Märkte zu bewegen. Wir erwarten, dass sich EZB-Präsident Mario Draghi zur weiteren Handhabung des laufenden Wertpapierkaufprogramms nach September äußern wird. Trotz der jüngsten Verunsicherungen im Zuge der Regierungsbildung in Italien gehen wir davon aus, dass die Käufe spätestens am Jahresende ganz beendet werden. Anderenfalls würde den europäischen Regierungen der Handlungsdruck genommen, den Draghi in den letzten Jahren ja immer wieder eingefordert hatte. (fw)

Carsten Mumm,
Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel