Frankfurt erklimmt neue Höhen

Die Immobilienpreise in Frankfurt kennen nur eine Richtung: nach oben / Foto: © mojolo -stock.adobe.com

Heute Morgen stellte das Immobilienberatungsunternehmen ImmoConcept GmbH eine aktuelle Studie zu den Immobilienpreisen in Frankfurt vor. Dabei wurde deutlich, dass die Immobilienpreise in der Mainmetropole sich in einem stetigen Aufwärtstrend befinden und eine Nachbarstadt auch davon profitieren könnte.

Referent David Dehn aus der Researchabteilung von ImmoConcept zeigte bei der Vorstellung der Studie auf, dass sich die Immobilienpreise in Frankfurt in den vergangen Jahren fast verdoppelt, in manchen Stadtteilen sogar verdreifacht haben. Die höchsten Steigerungsraten für Wohnungen wiesen dabei die Altstadt mit 192 % und das Gutleutviertel zwischen Hauptbahnhof und Westhafen mit 156 % auf. In beiden Stadtteilen sind für den Kauf einer Eigentumswohnung mehr als 7.000 Euro/m² fällig. Sie liegen damit aber noch deutlich unter dem Westend, dem teuersten Stadtteil Frankfurts: Wer hier eine Eigentumswohnung erwerben will, muss mindestens 8.100 Euro/m² bezahlen. Auch die vom Bankenviertel, Büros und Gastronomie geprägte Innenstadt wird als Wohnquartier immer beliebter. So wurde hier am Börsenplatz im vergangen Jahr die teuerste Wohnung Frankfurts verkauft. Der Käufer musste pro m² 22.000 Euro bezahlen.

Bernd Lorenz, Geschäftsführer der ImmoConcept GmbH: „Die ungebrochene Nachfrage am Frankfurter Wohnungsmarkt hat Verhältnisse geschaffen, wie sie exemplarischer für das Wachstum deutscher Metropolen nicht sein könnten.“ So haben sich in jedem vierten der insgesamt 47 Stadtteil die Kaufpreise für Wohnungen in den vergangen Jahren mindestens verdoppelt, während die Mieten gleichzeitig um 33 % angestiegen sind. Die höchste Mietsteigerung erlebte das Gutleutviertel, wo Wohnungen 47 % teurer wurden.

Im Durchschnitt müssen die Frankfurter für eine Mietwohnung 11,75 Euro pro Quadratmeter bei einer Bestandswohnung und 14,64 Euro in einer Neubauwohnung aufbringen. Besonders teuer ist es im Westend, wo pro Quadratmeter mehr als 19 Euro fällig werden.

Frankfurt wächst unaufhörlich

Grund für den Anstieg von Mieten und Kaufpreisen ist das stetige Bevölkerungswachstum in Frankfurt. So gehen Prognosen davon aus, dass die Stadt bis 2030 die 800.000-Einwohner-Marke knacken könnte (aktuell: ca. 730.000). Damit setzt sich ein seit Mitte der 1980er-Jahre bestehender Wachstumsprozess fort: 1986 hatte die Mainmetropole nicht einmal 600.000 Einwohner. Um die wachsende Bevölkerung aufzunehmen, müssten in Frankfurt jedes Jahr ca. 7.000 neue Wohnungen gebaut werden – eine Zahl, die bei weitem verfehlt wird: 2015 wurden in ganz Deutschland netto nur 3.300 neue Wohnungen errichtet.

Die Situation auf dem Frankfurter Immobilienmarkt hat auch Auswirkungen auf die Nachbarstadt Offenbach, wohin immer mehr Menschen ziehen, die sich die hohen Preise in Frankfurt nicht mehr leisten können oder wollen. Deshalb wurde in der heutigen Studienpräsentation Offenbach mit einem Augenzwinkern als „48. Stadtteil von Frankfurt“ bezeichnet. Die Studie prognostiziert Offenbach „Raum für weiteres Wachstum und positive Preis- und Mietentwicklungen“, weshalb die Stadt bereits „eine sehr attraktive Adresse für Bau- und Projektentwickler“ darstelle. (ahu)

www.immoconcept.eu