China hält Kurs

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Die aktuellen Regenten Chinas um den starken Mann Xi Jinping sind eher konservative Leute, die für Überraschungen wenig übrig haben. Das weiß auch das staatliche Statistikamt. Dementsprechend fielen auch die gerade veröffentlichten Wachstumszahlen zum 1. Quartal aus: Mit 6,8 % BIP-Zuwachs zum Vorjahr wurde exakt die Erwartung (gemessen an der Konsens-Schätzung) und auch die vor wenigen Wochen vom Volkskongress (Parlament) beschlossene politische Vorgabe getroffen.

Wen wundert es? Anders gesagt: Es bleiben natürlich immer ein paar Fragezeichen hinter dem Niveau der Wachstumsrate. So liegt der Quartalsvergleich mit 1,4 % leicht unter Plan, denn daraus ergeben sich auf das Jahr hochgerechnet (also aus dem aktuellen Tempo heraus) „nur“ 6,6 %. Allerdings sind die Daten speziell im 1. Quartal besonders unzuverlässig wegen des starken Effektes des chinesischen Neujahrsfestes, welches immer wieder für starke Verzerrungen sorgt.

Unterm Strich lautet die Nachricht damit aber immerhin: China bleibt die entscheidende Lokomotive vor dem globalen Konjunkturzug. Die Details hinter der Wachstumsrate deuten zudem auf Fortschritte beim schon länger angestrebten Umbau der Wirtschaft weg vom bisher Export- Investitions-Turbo hin zu einer stärkeren Binnennachfrage durch höheren privaten Konsum. Letzterer hat bereits die Investitionen als Treiber der Binnennachfrage abgelöst.

Letzteres ist auch in den gerade veröffentlichten Daten zu Industrieproduktion und Umsätzen im Einzelhandel zu erkennen: Die Produktion lag per März mit 6 % Zuwachs zum Vorjahr auf dem Niveau des 2. Halbjahres 2017 aber weit unter den bis 2014 üblichen Raten nahe oder über 10 %. Demgegenüber halten sich die Zuwächse der Einzelhandelsumsätze mit 10,1 % (zum Vorjahr) auf dem seit Mitte 2015 erkennbaren Niveau von 10 % – 11 %.

Dies ist eine gute Nachricht für Anleger: Die wichtigste Region im Segment Emerging Markets dürfte damit weiter gute Ergebnisse liefern. Zwar bringen starke Wachstumsraten allein noch keine steigenden Kurse an den Börsen, es ist aber auch klar: Ohne Wachstum gibt’s nur wenig zu verdienen. Auf Grund des Gewichts Chinas und der Ausstrahlung der Impulse in die ganze Region bleiben die asiatischen Staaten insgesamt ein attraktives Investmentziel. (mk)