Pia Kater

Pia Kater neue Leiterin Communications & Marketing bei Lupus alpha

(fw) Bereits von 2005 bis 2012 war Pia Kater für die Kommunikation von Lupus alpha verantwortlich und hat die Positionierung des Spezialanbieters in der Öffentlichkeit mitgestaltet.

„In den kommenden Jahren wollen wir unser Wachstumstempo forcieren. Dazu wollen wir auch unsere Ressourcen in Kommunikation und Marketing nochmals verstärken“, sagte Ralf Lochmüller, Gründungspartner und Sprecher von Lupus alpha. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir erneut Pia Kater für diese Aufgabe gewonnen haben. Als Kommunikationsspezialistin kann sie ihre langjährige Erfahrung im Bereich Asset Management und Banken ideal einbringen, um Lupus alpha auf seinem Wachstumskurs wirkungsvoll zu unterstützen“, so Lochmüller weiter.

Zuletzt war Pia Kater im Deutsche Bank-Konzern als Leiterin interne und externe Kommunikation bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim und anschließend als Head of Communications Asset Management bei der Deutschen Asset Management tätig. Ihre berufliche Laufbahn begann Pia Kater bei der Deutschen Bank. Es folgten Stationen als stellvertretende Abteilungsleiterin Presse & Medien bei der DekaBank, beim Handelsunternehmen Rewe als Leiterin Finanzkommunikation und bei Lupus alpha, wo sie für die interne und externe Kommunikation verantwortlich war.




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Update 1- 2: Cum & Ex – Zum angeblich größten Steuerskandal der Bundesrepublik –

Einerseits wird auf jahrelange gesetzgeberische Untätigkeiten i.S. cum & ex hingewiesen, andererseits wird einfach behauptet, es sei betreffend dem materiellen Steuerrecht und dem Steuerstrafrecht „zielgerichtete Steuerhinterziehung betrieben“ worden,1) ohne die verfassungsrechtlichen Grundlagen dafür zu hinterfragen. Zu all dem soll hier eine gegenteilige Position eingenommen werden und an Hand der jeweiligen Gesetzeslage verdeutlicht werden, daß die verfassungsrechtlichen Grundlagen sowohl beim Primär-
wie auch beim Sekundärrechtsschutz schlicht ausgeblendet werden.

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Dr. Klaus-R. Wagner Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt für Steuerrecht
und Thomas F. Spemann, Wiesbaden
Jörg Haffner

Jörg Haffner wird neuer Geschäftsführer bei Qualitypool

(fw) „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Jörg Haffner einen ausgewiesenen B2B-Experten aus der Branche für uns gewinnen konnten, um die sehr erfolgreiche Arbeit von Michael Neumann fortzusetzen“, so Stephan Gawarecki, ebenfalls Geschäftsführer des Lübecker Maklerpools. Neumann ist seit fast viereinhalb Jahren Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. Nun wird er innerhalb des Hypoport-Konzerns vom Maklerpool zum Endkundenvertrieb wechseln. Denn Neumann soll bei der zukünftigen Dr. Klein Privatkunden AG den Vorstand verstärken. „Ich freue mich, mit Michael Neumann auch in Zukunft eng zusammen zu arbeiten“, erklärt Gawarecki, der dem Vorstand der zukünftigen Dr. Klein Privatkunden AG vorsitzen wird.





Michael Neumann

Michael Neumann wird Vorstand bei Dr. Klein

(fw) Zusätzlich soll Michael Neumann, aktuell Geschäftsführer der Qualitypool GmbH, den Vorstand verstärken. Neumann wechselt somit innerhalb des Hypoport-Konzerns vom Maklerpool zum Endkundenvertrieb.

Stephan Gawarecki, aktuell Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG, wird Vorsitzender des Vorstands der zukünftigen Dr. Klein Privatkunden AG. In dieser Funktion möchte er sich noch stärker auf das strategische Wachstum, die optimale Verzahnung der einzelnen Geschäftsmodelle im Privatkundenbereich und die Unternehmenskultur konzentrieren.
Die angehenden Vorstände Straub und Neumann, die sich seit mehr als zehn Jahren kennen, ergänzen sich bestens. Neumann wird im Vorstand zuständig sein für die Ressorts Niederlassungen, Versicherung und Marketing. Straub kann sich neben dem Ratenkreditbereich voll auf den weiteren Ausbau des Franchisesystems fokussieren. Hier sieht das Unternehmen noch besonders viel Wachstumspotenzial. „Wir wollen unsere Franchisepartner noch besser unterstützen und zudem ihre Anzahl weiter steigern“, so Gawarecki. „Deshalb räumen wir der Betreuung des Franchisesystems eine besonders hohe Bedeutung ein.“

Die Position als Geschäftsführer der Qualitypool GmbH, die Neumann viereinhalb Jahre sehr erfolgreich ausgefüllt hat, konnte bereits neu besetzt werden: Ab dem 1. Juli 2016 wird Jörg Haffner, bisheriger Leiter des Key-Account-Managements der ING DiBa und damit ein ausgewiesener B2B-Experte, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. So ist sichergestellt, dass möglichst nahtlos an Neumanns hervorragende Arbeit bei Qualitypool angeknüpft werden kann.




„Murmeltiertag“ für die Finanzmärkte

Denn jene drei Sorgenkinder, die die Anleger zu Anfang des Jahres beschäftigten, darunter der ungewisse Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung durch die Fed, die gedämpfte Weltkonjunktur und die anhaltende makroökonomische Ungewissheit in China, sind praktisch noch genauso akut wie im Sommer. Entsprechend lohnt sich möglicherweise die Klärung der Frage, was sich an den Märkten verändert hat und was nicht.

Die US-Notenbank hat alles darangesetzt, um die geldpolitische Sitzung von Dezember weiter im öffentlichen Bewusstsein zu halten (gemäß den derzeitigen Marktbewertungen ist eine Erhöhung im Dezember wahrscheinlich, nachdem die Wahrscheinlichkeit vor der Oktober-Sitzung noch unter 30 % gelegen hatte). Nichtsdestotrotz lässt sich noch immer nicht mit vollständiger Sicherheit absehen, ob die Fed vor Jahresende erhöhen wird oder nicht. Hauptgrund hierfür ist der saisonbedingte Rückgang der Marktliquidität im Dezember. Kritiker der Fed würden anführen, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) schlichtweg zu transparent zu Werke ging und sich die politischen Entscheidungsträger in eine Sackgasse manövriert haben. Wenn nicht einmal der FOMC selbst weiß, was er tun sollte, kann auch niemand anders genau vorhersagen, wie sich die Fed verhalten wird.

Ohne Frage waren die Entscheidungen (bzw. Unterlassungen) der Fed das beherrschende Thema der letzten Wochen. Doch die größte Sorge stellt möglicherweise die gedämpfte Weltkonjunktur dar. Obwohl die Lehman-Krise schon mehr als sieben Jahre zurückliegt, sind Anzeichen einer traditionellen Konjunkturerholung noch immer mit der Lupe zu suchen. Wenn überhaupt, sorgen sich die Märkte derzeit um die Überkapazität in China und was diese nicht nur für Rohstoff- und Energieunternehmen, sondern auch für die Rentabilität der Industrie im Allgemeinen implizieren wird. Auch wenn wir keine Rezession erwarten, liegt es auf der Hand, dass zahlreiche globale Branchen eine Krise durchmachen und eine Verschlimmerung ihrer Lage verzeichnen dürften. Von einem Rückgang der Gewinne der Industrie zu sprechen, mag an Panikmache grenzen. Doch für Hersteller von Bergbau- oder Landmaschinen (Bereiche mit signifikantem globalem Überangebot) dürfte das nicht ganz unzutreffend sein. Wer standardisierte, undifferenzierte Produkte wie zum Beispiel Stahlplatten herstellt, hat einen schweren Stand. Unternehmen in dieser Branche geraten derzeit in die Insolvenz.

Bleibt die Frage, warum das globale Wachstum bislang so gedämpft ausfällt. Ein Grund hierfür besteht darin, dass sich Investitionen für Unternehmen nur dann auszahlen, wenn Letztere von einer Nachfrage nach ihren Gütern ausgehen. Daran ändert auch nichts, dass die QE den Nährboden (d. h. Zinsen nahe null) für Unternehmensinvestitionen geschaffen hat. Und diese Nachfrage stellte sich nach der Krise außerhalb der Schwellenländer nicht ein. Gewiss ist, so wie dies pausenlos diskutiert wurde, einzuräumen, dass die Schwellenländer (insbesondere sofern ihre Wirtschaft dafür ausgelegt ist, den chinesischen Rohstoffhunger zu stillen) inzwischen unter starkem Druck stehen, wodurch die Aussichten für den globalen Konsum bestenfalls gedämpft sind. Aufgrund dessen überrascht es kaum, dass sich Unternehmen entschlossen haben, Kosten zu senken und ihre Cashreserven für die Zahlung von Dividenden (oder Sonderdividenden) zu verwenden. Und um den Aktienkurs zu stützen, wurden in jüngster Zeit sogar spezielle Techniken wie Aktienrückkäufe herangezogen. In einer Welt, in der organisches Wachstum kaum noch zu finden ist, ist es wesentlich sinnvoller, Aktien zurückzukaufen, als sich teuren und langfristigen Projekten mit riesigem Investitionsvolumen und ungewisser Rendite hinzugeben – wie zahlreiche Bergbauunternehmen zu ihrem Leidwesen feststellen mussten.

Dass es den Unternehmen an Zuversicht mangelt, ist nur die eine Seite der Medaille. Als die Ölpreise einbrachen, gingen wir davon aus, dass die Verbraucher von einer Dividende in Form „günstiger Energie“ profitieren würden. Doch dieses Szenario trat nicht so ein wie erwartet. Welches sind die Gründe hierfür? Vergleichbar mit Unternehmen, die sich nur ungern in großen Investitionsprojekten engagieren möchten, sind wir der Auffassung, dass zahlreiche Verbraucher schlicht und einfach dafür dankbar sind, trotz vorangegangener Krise in Arbeit zu stehen. Entsprechend bringen sie ihre Ersparnisse durch niedrigere Ölpreise lieber auf die Bank. Möglicherweise noch stärker ins Gewicht fällt, dass die Lohnzuwächse äußerst moderat ausfielen, und das trotz angespannter Arbeitsmärkte in Ländern wie den USA und dem Vereinigten Königreich. Ebenso ist nicht zu vergessen, dass eine ganze Generation von Menschen, die gegen Ende des ersten Jahrzehnts der 2000er-Jahre die Schule oder Universität verließen, als Erwachsene niemals wissen werden, wie reichlich und günstig Finanzmittel vor der Lehman-Krise verfügbar waren. Dass der kreditgestützte Konsum in den USA oder sonst wo der Vergangenheit angehört, wird sich wesentlich auf das BIP-Wachstum im nächsten und in den kommenden Jahren auswirken. Anders ausgedrückt: Die „unheilige Dreifaltigkeit“ aus verschärfter Regulierung, höheren rechtlichen Kosten und verschärften Kapitalanforderungen wird dazu führen, dass Retail-Banken künftig verstärkt wie Versorgungsunternehmen erscheinen werden.

Bleibt die Frage, was dies für die Anleger bedeutet. Nach unserer Einschätzung wird organisches Wachstum nur schwer zu erzielen sein, was möglicherweise den jüngsten Zuwachs an M&A-Transaktionen erklärt. Unternehmen, die ihre Kostenbasis bereits gesenkt und ihren Aktienkurs mit Finanztechniken erhöht haben, verbleibt weniger Spielraum. Tatsächlich hat die verstärkte M&A-Aktivität und die Tatsache, dass Unternehmen bei ihren Bilanzen kreativer zu Werke gehen, die jüngste Verschlechterung der fundamentalen Bonität in den USA begünstigt.

Dass das Wachstum weiter gedämpft ausfallen dürfte, bedeutet, dass auch die Zinsen längere Zeit niedrig bleiben werden. Entsprechend könnte der letztliche Fed-Funds-Satz in diesem Konjunkturzyklus bei gerade mal 2 % liegen. Auch wenn das für Anleihen theoretisch positiv ist, hält sich die Euphorie in Bezug auf Staatsanleihen in Grenzen, wenn man die damit verbundenen Renditen und die Tatsache bedenkt, dass die US-Notenbank die Zinsen anheben wird. Attraktiv erscheint hingegen das europäische Hochzinssegment. Das liegt am nennenswerten Renditevorsprung gegenüber Staatsanleihen und daran, dass die Anlageklasse im Gegensatz zum Investment-Grade-Segment in der Regel von M&A-Transaktionen profitiert.

Auch wenn ein niedriger Diskontsatz für Aktien theoretisch stark zu begrüßen ist, legen die vorgenannten Sachverhalte den Schluss nahe, dass das Wachstum und entsprechend die Gewinne schwächer ausfallen dürften als bei einer teilweisen Nutzung der übermäßigen globalen Produktionskapazität. Nach unserer Einschätzung wird sich ein selektiver Ansatz bei Aktien auszahlen, insbesondere da die Sorgen in Bezug auf das chinesische Wachstum in absehbarer Zeit nicht nachlassen dürften. Ebenso meinen wir, dass sich die Anleger stärker auf die Bewertungen und die Fundamentaldaten konzentrieren werden, zumal die globale Liquidität weiter zurückgeht. Vor einem solchen Hintergrund sollten sich die Anleger auf weitere aktienspezifische Enttäuschungen gefasst machen. Die US-Notenbank wird den Aktienmärkten künftig nicht mehr unter die Arme greifen. Und auch wenn weitere EZB-Maßnahmen wahrscheinlich sind, wird die globale, alles mitreißende QE-Flut künftig der Vergangenheit angehören.

Autor: Mark Burgess, CIO EMEA and Global Head of Equities bei Columbia Threadneedle Investments



Check24 vor Münchener Gericht

2016-02-23 (fw/db) Mit einer mündlichen Verhandlung beim Landgericht München wird morgen ein Prozess fortgesetzt, der klären soll, ob das Internetportal Check24 gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs verstößt.

Geklagt hat der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Unter dem Deckmantel eines Preisvergleichsportals würden Verbraucher angelockt, um Versicherungsverträge über das Portal abzuschließen, so der BVK in seiner Klageschrift.

„All das geschieht, ohne die gesetzlichen Anforderungen für Versicherungsvermittler einzuhalten – das können wir im Interesse unserer Kunden so nicht akzeptieren und daher haben wir uns zur Klage entschieden“, so der BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Verbraucherschutz dürfe im Internet nicht aufhören. Es müsse eine Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer geben, um einen einheitlichen Verbraucherschutz zu gewährleisten. Auch für die Internetportale, die Versicherungen vermitteln, müsse gelten: die deutliche Übermittlung der Statusinformation als Versicherungsvermittler in verständlicher Textform beim ersten Geschäftskontakt, die Durchführung einer individuellen Leistungs- und Bedarfsanalyse zur Identifizierung des Kundenwunsches und seiner Bedürfnisse sowie eine individuelle Beratung. Dem werde der Versicherungsvermittler und Internetportal Check24 nicht gerecht, so der BVK.

Im Vorfeld der Klage hatte der Verband Check24 abgemahnt und aufgefordert, die Missstände zu beseitigen. Da das Vergleichsportal dazu nicht bereit war, reichte der BVK im September Klage ein. In seinem Vorgehen fühlt sich der BVK bestätigt durch den Verbraucherverein Verbraucherzentrale Hamburg e.V., der den Vorstoß des BVK öffentlich befürwortete.

Die Rechtsauffassung des BVK werde durch den Rechtswissenschaftler und Versicherungsexperten Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski bekräftigt. Der Experte meint eine Vergleichsplattform handle unlauter, wenn sie dem Verbraucher wesentliche Informationen vorenthalte, die er benötigt, um eine fundierte geschäftliche Entscheidung zu treffen. Der BVK sieht diesen Tatbestand bei Check24 erfüllt.

Dietmar Braun

Allianz-Tochter wird wieder gemanagt

2016-03-04 (fw/db) Die Tochter der Allianz SE, Allianz Worldwide Partners, ist der globale Spezialist für Assistance und Versicherung in den Bereichen Reise, Automotive und internationale private Krankenversicherung. Heute wurde Dr. Claudius Leibfritz als neuer CEO von Allianz Global Automotive und Mitglied des Vorstandes von Allianz Worldwide Partners ernannt.

Mit heutiger Wirkung übernimmt Leibfritz die Leitung von Global Automotive. Damit folgt er auf Karsten Crede, unter dessen Leitung sich das Global Automotive Geschäft seit 2010 erfolgreich entwickelt hat und der auch weiterhin als internationaler strategischer Berater zur Verfügung steht.

„Für seine Aufgabe als CEO von Global Automotive bringt Claudius Leibfritz umfangreiche Erfahrung mit, die er unter anderem im Rahmen seiner bisherigen Rollen bei Allianz Global Assistance erworben hat. Sein Erfolg bei der Implementierung komplexer globaler Transformationsprogramme sowie in der Umsetzung von Wachstumsinitiativen qualifiziert ihn ideal, um das Global Automotive Geschäft weiter auf der Erfolgsspur zu halten“, sagt Rémi Grenier, CEO von Allianz Worldwide Partners.

Dr. Claudius Leibfritz (41), neues Vorstandsmitglied von Allianz Worldwide Partners, war seit 2015 CEO von Allianz Global Assistance für die Regionen DACH sowie Süd- und Osteuropa und des Allianz Handwerker Services.

Leibfritz kam 2011 als Direktor von Operations und Networks zu Allianz Global Assistance, wo er für globale Operations-Aktivitäten verantwortlich war und erfolgreich komplexe Transformations- und Effizienzprogramme durchgeführt hat. Zuvor hatte er mehr als zehn Jahre bei Boston Consulting Group verschiedene internationale Projekte geleitet. Er promovierte an der Universität Bern in Wirtschaft und Controlling, nach einem Abschluss als Diplomkaufmann in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Tübingen.

Dietmar Braun

Der Mai wird kommen …

Nachdem in vielen Artikeln nachzulesen ist, warum der Börsenaufschwung weitergeht, will ich mich heute mit den Argumenten auseinandersetzen, die für einen Ausstieg sprechen.

Wie ich schon in meiner Dezemberkolumne schrieb, ist die Hausse in die Jahre gekommen und mit über sieben Jahren außergewöhnlich lang. Die lockere Notenbankpolitik hat sicher dazu beigetragen. Obwohl die Gewinne der DAX-Unternehmen seit 2010 insgesamt stagnieren, hat der Index in 2015 ein neues All-Time-High erzielt. Vorläufer des letzten Crashs sind wieder im Abwärtstrend: Caterpillar, Alcoa, Sotheby´s und vor allem der USA Transport-Index.

Noch immer waren in den USA im Januar Aktien in Höhe von 447 Mrd. Kredit finanziert. Im Crashjahr 2000 waren es 278 Mrd., in 2007 381 Mrd. Die Stimmung ist nach ca. 15 Prozent Kursverlusten noch immer gut. Aktien sind alternativlos! Es hat ein Hedgefonds-Sterben begonnen. Im letzten Jahr schlossen fast 1.000 Fonds ihre Türen, so viele wie seit 2009 nicht mehr.

Zu einem dramatischen Problem könnte der Derivatemarkt werden. Gemäß der BIZ beträgt das Welt-BIP etwa 63 Billionen Dollar. Der Derivatemarkt ist mehr als zehnmal so groß (etwas 750 Bill.). Solche Summen werden den gesamten Kapitalmarkt destabilisieren. Völlig unverständlich ist mir, dass dieser Markt immer noch sehr intransparent ist. Viele Umsätze werden außerbörslich abgewickelt. Viele Zahlen sind geschätzt! Sie werden nicht in den Bilanzen der Banken ausgewiesen. Die Schweizer CS sollen 51 Bill. in den Büchern haben, die Deutsche Bank 54 Bill. (bei 1,6 Bill. Bilanzsumme). Aufsichtsbehörden und Kontrollorgane werden beruhigt, schließlich gleichen sich Netto (Calls und Puts gegengerechnet) die Risiken aus. Aber wehe am Wochenende passiert etwas Gravierendes, die Teilnehmer können erst am Montag reagieren und/oder ein Gegenpart der Geschäfte (wie damals Lehman Brothers) geht Pleite. Ein Domino-Day könnte blühen. Schon Warren Buffett bezeichnete diese Instrumente als Massenvernichtungswaffe der Finanzindustrie. Die Banken und Kontrollorgane agieren, als hätte es die Pleiten von LTCM, AIG, Fanny Mae und Freddy Mac nie gegeben.

In diesem Jahr weist Gold die beste Performance aus. Will uns der Krisen-Seismograph etwas sagen? Die Bestände der goldhinterlegten ETFs und des Spider Trust (+28,51 Prozent) in USA steigen kräftig. Nun erzielen Spezialinvestments wie Weine, Oldtimer und Kunst Höchstkurse, die zum Teil an Irrsinn grenzen und keinen Werterhaltungssinn konstatieren. Diese Entwicklung war oft Vorbote stark ansteigender Inflation.

Besonders die Beträge im Derivatebereich grenzen an Horror. Sollte das Segment implodieren, ist es nicht mehr beherrschbar. Egal in welchem Monat. Es sollen allein bei Zinsswaps „Wetten“ in Höhe von 320 Bill. existieren. Wenn die Zinsen „unerwartet“ und schnell anziehen, werden sich diese „Absicherungsgeschäfte“ sehr schnell als „Versicherungsbetrug“ herausstellen, weil heute schon klar ist, dass kaum ein Finanzinstitut in der Lage ist, ihrer Verpflichtung nachzukommen. Die Suprimekrise war dann dagegen nur ein Kindertheater. Dabei wollte man doch nach Lehman die Finanzmärkte eingrenzen und kontrollieren.

Aber das Gegenteil ist der Fall: Die globalen Schulden sind weiter angestiegen, der Finanzsektor unkontrollierbar aufgeblasen und damit sind die Risiken für das System um ein Mehrfaches gestiegen. Angeheizt durch die zinslose Liquidität der Notenbanken. Obwohl diese Strategie noch nie Erfolg hatte, wird sie verschärft fortgesetzt. Dies hat dazu geführt, dass den Giganten der Finanzbranche klar ist, dass sie im Notfall mit allen Mitteln (Steuerzahler und Sparer) gerettet werden. Gehen ihre Spekulationen auf, winken den Verantwortlichen (eher Verantwortungslosen) astronomische Boni. Im negativen Fall muss nicht nur die Allgemeinheit die Schieflage bezahlen, die Finanzmärkte werden kollabieren, wenn solche Wahnsinnssummen auf die Börsen treffen.

Denn diese idiotischen Größenordnungen gibt es nicht nur für Zinsen sondern auch als Kreditswaps oder für Aktien, Währungen und Edelmetalle. Zum Beispiel hat eine Unze Gold mehr als 500 mögliche Besitzer. Da die Margen der Spekulation höher sind als die Kreditspannen im traditionellen Kreditgeschäft, fließen die EZB-Gelder (logischerweise) direkt in die Spekulation. Anstatt diesem Trend entgegenzuwirken, werden jetzt sogar die Summen erhöht. Man könnte fast Böswilligkeit unterstellen. Und viele klatschen Beifall. Das haben die Tänzer für die Musiker auf der Titanic auch getan. Bis das erste Glas von Tisch rutschte ...

Wenn man die Gedanken weiterdenkt, müsste ein Berater seinen Kunden raten, einen Teil ihres Vermögens in bar und in Gold- bzw. Silbermünzen oder Barren (bevor die Bargeldbegrenzung Gesetz wird) zuhause in einen Safe zu legen. Damit wäre man mit der Münchner Rück-Versicherung ja auch in bester Gesellschaft. Die Letzten beißen bekanntlich die Hunde.

Autor: Rolf Ehlhardt, Vermögensverwalter,
I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH

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In eigener Sache

(fw) Dorothee Schöneich, Verlegerin, FW Verlag GmbH: „Ich danke Christoph Sieciechowicz im Namen des gesamten Teams für den außergewöhnlichen Einsatz, auch in schwerer Zeit. Ich freue mich, dass die „finanzwelt“ durch ihn eine hervorragende Neuausrichtung mit spürbarem Erfolg bei Lesern und Anzeigenpartnern gefunden hat. An der Fortsetzung dieses Erfolgs werden wir weiter arbeiten.“

Christoph Sieciechowicz: „Mein Dank gilt an erster Stelle dem Team der „finanzwelt“. Wir haben gemeinsam mit viel Einsatz und Kreativität neue Höhen an journalistischer Qualität und Branchenkompetenz erreicht, die als Ausgangspunkt für die Erfolge der nächsten Jahre dienen werden. Es ist mir eine Freude dazu beigetragen zu haben. Besonders lehrreich und beeindruckend sind für mich die vielfältigen Begegnungen mit herausragenden Branchenprofis gewesen. Ich persönlich bin überzeugt vom Fortbestehen der Branche auf qualitativ steigendem Niveau.“

Christoph Sieciechowicz wird der Finanzdienstleistungsbranche sicher weiterhin erhalten bleiben, wenn auch in anderen Funktionen.
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Starkes comeback der Emerging-Markets-Anleihen

Entscheidend für die Asset-Klasse sind zurzeit weniger länderspezifische Aspekte, sondern vor allem exogene Faktoren wie Rohstoffpreise, US-Zinsen und die Entwicklung in China. Renditen von knapp sechs Prozent plus Potenzial für Kurszuwächse machen Emerging-Markets-Anleihen zu einem attraktiven langfristigen Portfoliobaustein - nicht nur in Niedrigzinszeiten.

Nach einem eher durchwachsenen Jahr 2015 haben Schwellenländeranleihen ein sehr gutes erstes Quartal abgeliefert. Der auf Hartwährungsanleihen fokussierte Berenberg Emerging Markets Bond Selection erzielte in den ersten drei Monaten ein Plus von über 5,3 Prozent. Getrieben wurde die Asset-Klasse vor allem durch technische Faktoren. „Ende vergangenen Jahres gab es sehr viel schlechte Presse für die Emerging Markets. Das ist oft ein Zeichen, dass das Tal der Tränen durchschritten ist, und ein genauerer Blick wieder lohnt“, so Berenberg-Fondsmanager Robert Reichle. Im ersten Quartal fehlten diese schlechten Nachrichten. Das reichte schon. Zurzeit gilt: Keine Nachrichten sind gute Nachrichten.
Hinzu kam Unterstützung auf fundamentaler Ebene. Vor allem die sich erholenden Rohstoffpreise haben zu dem Kursaufschwung beigetragen. Dem ersten Zinsschritt in den USA im Dezember hingegen spricht Reichle nur eine symbolische Wirkung zu. Für den Rest des Jahres erwartet er eine sehr verhaltene US-Zinspolitik. Er hält die Angst vor Zinsrisiken im Markt für eher niedrig und sieht andere Themen im Vordergrund. „Investoren schauen stärker auf die Rohstoffpreise, die Entwicklung in China und auch auf die Kapitalflüsse“, erklärt Reichle. Auffällig sei, dass länderspezifische Faktoren in den Hintergrund getreten sind und die marktbeherrschenden Themen für die Asset-Klasse exogene Einflussfaktoren sind.

Blackbox China: undurchsichtig und unausweichlich

Vor allem China spielt eine wichtige Rolle. „Das Land erscheint wie eine große Blackbox. Man kann nicht hinein sehen, aber man kommt als Anleger auch nicht drumherum, sich mit dem Land zu beschäftigen“, sagt Reichle. Die Datenlage in China ist intransparent. Gleichzeitig hat das Land einen großen Einfluss auf die globale Realwirtschaft und darüber hinaus eine starke Symbolwirkung als Vorreiter der aufstrebenden Länder. Zudem hat es Einfluss auf die anderen Faktoren, die die Anleihemärkte in den Schwellenländern zurzeit bestimmen. Das gilt für die Rohstoffpreise und durch seinen großen Bestand an US-Staatsanleihen auch für die Zinsentwicklung in den USA. Ebenfalls wirken sich starke Kapitalabflüsse aus China tendenziell negativ auf die Kapitalflüsse der Emerging Markets aus.

Politische Gefahren in Brasilien, wirtschaftliche Stärke in Indonesien und Mexiko

Für den Anlageerfolg in den nächsten drei bis sechs Monaten hält es Reichle für wichtiger, negativ behaftete Länder zu meiden, als Staaten mit positiven Nachrichten extrem überzugewichten. Sein Motto: „Die faulen Eier meiden und über die restlichen Länder gut diversifizieren.“ Dennoch gilt es die Entwicklungen in den einzelnen Ländern im Auge zu behalten, da dort immer wieder Risiken lauern – auch in Brasilien, einem Schwergewicht im Schwellenländeranleihemarkt. Aus fundamentaler Sicht dürften hier viele Indikatoren die Talsohle erreicht haben, und langsam sind positive Basiseffekte zu erkennen. „Auf politischer Ebene brennt das Land aber umso mehr, und es kann schnell eine Situation entstehen, die sich nicht nur negativ auf Brasilien, sondern auf die gesamte Region auswirkt“, gibt Reichle zu bedenken.

Zu Reichles Favoriten zählen Indonesien, Mexiko und die Dominikanische Republik. Indonesien ist dabei, sein Wachstum nach oben zu korrigieren. Dazu tragen der steigende private Konsum, aber auch wachsende Infrastrukturausgaben bei. Durch den deutlichen Ölpreisrückgang konnten die Subventionen auf den Benzinpreis reduziert werden. Die Ersparnisse kann der Staat in nötige Infrastrukturprojekte stecken. In Mexiko schlagen sich die Reformbemühungen ebenfalls in guten Wachstumszahlen nieder. Zudem ist die Nähe zu den USA als Handelspartner von Vorteil. In der Dominikanischen Republik kommt der Hauptteil der Einnahmen aus dem Tourismus. Der Karibik-Staat exportiert aber auch zunehmend Agrarprodukte. „Die Wirtschaft wächst, die Verschuldung ist überschaubar, und der Anleihemarkt wird zunehmend liquider“, fasst Reichle zusammen.

Sechs Prozent Rendite und Chancen auf Kursgewinne
Die durchschnittliche Rendite für Schwellenländer-Staatsanleihen in Hartwährung liegt zurzeit bei knapp sechs Prozent, der Aufschlag (Spread) gegenüber dem risikolosen Zins beträgt um die 400 Basispunkte. In den vergangenen Wochen haben sich die Spreads bereits eingeengt und die Renditen sind gesunken. „Diese Entwicklung wird sich so zwar nicht das ganze Jahr fortsetzen. Wir bewegen uns in Wellen. Aber es gibt durchaus noch Potenzial für steigende Kurse“, meint Reichle.

So geht er davon aus, dass viele Investoren mit Blick auf das gute erste Quartal ihre Position in Schwellenländeranleihen auf neutral hochsetzen oder sogar übergewichten werden. Auch die Kapitalzuflüsse in Emerging-Markets-Anleihen, die sich seit Mitte Februar deutlich erholt haben, könnten weiteres Geld anlocken - nicht zuletzt aufgrund mangelnder Alternativen im Euro-Raum. Die Ausweitung des Anleiheankaufprogramms der Europäischen Zentralbank auf Unternehmensanleihen dürfte angesichts weiter fallender Renditen den Anlagedruck zusätzlich erhöhen.

Langfristige Anleger werden sich daher in den Emerging Markets umschauen müssen, ist Reichle überzeugt und warnt zugleich vor kurzfristigen Spekulationen und der Tatsache, dass den großen Chancen, die Schwellenländeranleihen bieten, auch höhere Zins- und Ausfallrisiken gegenüber stehen. „Viele Investoren, insbesondere Erstanleger, legen ein viel zu starkes Augenmerk auf das Timing. Schwellenländeranleihen sollten aber als langfristige, strategische Anlage betrachtet werden. Die Frage nach dem Einstiegszeitpunkt spielt demzufolge eine untergeordnete Rolle“, so Reichle.

Autor: Robert Reichle,
Fondsmanager Berenberg





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