Zwei Wege führen zum Ziel

Foto: © ah_fotobox - stock.adobe.com

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt kann nur entspannt werden, wenn neuer Wohnraum geschaffen wird, egal ob durch Einzelobjekte oder über Quartiersentwicklungen. Worin unterschieden sich diese beiden Methoden?

2017: Das ist nicht nur die Jahreszahl des vorletzten Jahres, sondern auch die Zahl der Menschen, die sich in München für eine Durchschnittswohnung interessieren. Das ergab im vergangenen Herbst eine Untersuchung von ImmobilienScout24. Auch in anderen A-Städten ist die Situation nur unwesentlich besser, womit deutlich wird, dass auf dem deutschen Mietwohnungsmarkt ein krasses Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage besteht. Dies kann nur behoben werden, indem neuer Wohnraum gebaut wird. Das ist aber nicht immer so einfach, denn in Städten ist freie Fläche naturgemäß Mangelware. „Immer mehr Menschen zieht es in die Metropolregionen. Da hier der Platz begrenzt ist, bietet der Markt hauptsächlich kleinere Grundstücke, auf denen Einzelobjekte realisiert werden können“, erläutert Juliane Mann, Vorstand Vertrieb und Marketing der PROJECT Immobilien Wohnen AG, dass in Metropolregionen die Entwicklung von Einzelobjekten eine sehr effektive Maßnahme sein kann, neuen Wohnraum zu schaffen.

Auch für Kapitalanleger können sich Vorteile ergeben, wenn in Städten punktuell neue Wohnimmobilien entstehen. „Für Investoren versprechen zentrale Lagen und gute öffentliche Verkehrsanbindung eine hohe Vermietbarkeit, da beide Aspekte vor allem bei Singles, Studenten, Berufseinsteigern und Pendlern sehr gefragt sind. Einzelobjekte lassen sich oft besser in die Umgebung einpassen und verbrauchen in der Regel weniger Fläche.“ Auch würden sich einzeln gebaute, neue Wohngebäude gut in die neue Umgebung einfügen. „Vorhandene, öffentliche oder soziale Infrastrukturen wie z .B. Kindergärten, Schulen, Supermärkte oder Ärzte werden aufgrund der verhältnismäßig wenigen neuen Wohneinheiten nicht überlastet“, so Mann weiter. Die Vorteile der Errichtung von Einzelobjekten werden durch Christoph Straube etwas relativiert: „Die Entwicklung von Einzelobjekten ist in der Regel stark an den individuellen Bedürfnissen einer möglichen Käuferschicht auszurichten. So versucht man etwa, aus bestehenden Gebäuden über Sanierungs- bzw. Umbaumaßnahmen einzelne Wohnungen für Endkunden zu entwickeln oder man konzipiert und baut alternativ ein Neubauobjekt in existierenden Baulücken. Kosten für den Erwerb des zu revitalisierenden Bestandsobjektes zuzüglich anfallender Sanierungs- und Umbauaufwendungen spiegeln in ihrer Summe meist den Peak im Markt. Zu vergessen ist natürlich auch nicht eine notwendige Marge, um erst den wirtschaftlichen Anreiz zu setzen“, so der Vorstand der W&L Wohnen und Leben AG. Entsprechend liegt der Fokus seines Unternehmens auf einer anderen Methode, neuen Wohnraum zu schaffen.

Welche Vorteile Quartiersentwicklungen bieten, lesen Sie auf Seite 2