Zwei Immobilienarten, zwei unterschiedliche Entwicklungen

Deutlicher Rückgang bei Hotelinvestments

Völlig anders als der Einzelhandelsinvestmentmarkt entwickelte sich der Markt für Hotelinvestments. So flossen in diesen zwischen Januar und Juni 1,47 Mrd. Euro, 20 % weniger als im Vorjahreszeitraum und 14 % weniger als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Diese Zahlen wären noch deutlich größer, hätte der Markt nicht im zweiten Quartal einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Nachdem zwischen Januar und März noch knapp 600 Mio. Euro in Hotels investiert wurden, stieg dieser Wert zwischen April und Juni um 45 % auf 870 Mio. Euro. “Die Transaktionsvolumina der Jahre 2015 bis 2018 gehören erst einmal der Vergangenheit an. In der Tat könnten auch die wenig euphorisierende Anzahl der Transaktionen von insgesamt 39 auf einen drastischen Nachfragerückgang hinweisen. Erfreulicherweise jedoch stimmt die reine Statistik nicht überein mit den realen Interessen der Investoren. Viele Anleger würden ihr Kapital nämlich gerne in einer Hotelimmobilie unterbringen, finden aber kein adäquates Produkt. Dieser Engpass betrifft insbesondere Bestandsobjekte in zentralen Lagen mit langfristigen Laufzeiten“, erläutert Stefan Giesemann. Der Executive Vice President der JLL Hotels & Hospitality Group macht für die Entwicklung vor allem zwei wesentliche Ursachen aus. „Ein Großteil der Märkte zeigt eine solide Performance mit erfreulichen Übernachtungszahlen. Triebfeder ist hier der weiterhin boomende Tourismussektor und die Nullzinspolitik, die auch bei steigenden Preisen den Käufern eine auskömmliche Rendite beschert.“

Instis prägen den Markt

55 % des Investitionsvolumens kamen von institutionellen Investoren, die insgesamt 18 Transaktionen tätigten. Deutlich weniger Anteil am Gesamtvolumen hatten Immobiliengesellschaften (190 Mio. Euro bei sieben Transaktionen) und (Hotelbetreiber (172 Mio. Euro bei drei Transaktionen). Die restlichen 306 Mio. Euro verteilen sich auf alle übrigen Anlegergruppen wie Private-Equity Firmen, Privatpersonen und REITs, die elf Transaktionen tätigten.

Mangelndes Angebot prägt den Markt

In den ersten sechs Monaten wurden auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt 33 Einzeltransaktionen mit einem Gesamtvolumen von 950 Mio. Euro durchgeführt, ein Rückgang von ca. 37 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1,51 Mrd. Euro mit 47 Transaktionen). Da der Schwerpunkt auf zahlreichen kleinvolumigen Transaktionen lag, verringerte sich die durchschnittliche Größe je Investment um ca. 3 Mio. Euro auf 29 Mio. Euro. Da immer weniger Bestandsimmobilien auf dem Markt vorhanden sind, waren ca. 40 % der Transaktionen erneut „Forward Deals“ bzw. Hotels, die im Projektstadium verkauft wurden. „Allerdings können bei solchen Transaktionen für Investoren zeitliche Verschiebungen und Bauverzögerungen bis zur Fertigstellung der Immobilie aufgrund von Bauauslastungen auf Seiten der Entwickler/Bauträger entstehen. Diese Unwägbarkeiten sind als Risiko durchaus nicht von der Hand zu weisen“, erklärt Stefan Giesemann.

Welches die größten Transaktionen waren, erfahren Sie auf Seite 4