Zwei Immobilienarten, zwei unterschiedliche Entwicklungen

Der Markt für Einzelhandelsimmobilie entwickelte sich im ersten Halbjahr deutlich besser als der Markt für Hotelimmobilien / Foto: © .shock - stock.adobe.com

Jones LangLaSalle hat heute Zahlen über die Entwicklung des Deutschen Investmentmarkts für Einzelhandelsimmobilien und für Hotelimmobilien vorgelegt. Die beiden Märkte entwickeln sich sehr unterschiedlich: Der Einzelhandelsmarkt findet zu alter Stärke zurück, der Hotelimmobilienmarkt muss hingegen einen deutlichen Dämpfer hinnehmen.

Im ersten Halbjahr 2019 hat der deutsche Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien sein bestes Halbjahr seit 2015 verzeichnet. Insgesamt bilanzierte der Markt Ende Juni mit 4,9 Mrd. Euro und damit 15 % über dem Vorjahreswert. Der Grundstein für das gute Ergebnis wurde bereits zum Jahresauftakt gelegt. So lag in diesem das Transaktionsvolumen bei 2 Mrd. Euro, ein Wert, der im zweiten Quartal um 900 Mio. Euro übertroffen werden. „Mit diesem starken Auftritt hat der Einzelhandel seinen Anteil am gesamten deutschen Investmentmarkt im Vergleich zum Vorjahr signifikant von 11 auf 15 % ausgebaut. Er rangiert damit hinter Büro und Living auf Platz drei der volumenstärksten Klassen“, erklärt Sandra Ludwig, Head of Retail Investment JLL Germany.

Höhere Durchschnittsvolumina

Konträr zum Transaktionsvolumen entwickelten sich die Abschlüsse. So lagen diese mit 106 deutlich unter den Werten der vergangenen Jahre: In den ersten Halbjahr 2016 und 2017 wechselten jeweils 174 Einzelhandelsimmobilien den Besitzer, im Vorjahreszeitraum waren es immerhin 151. Die gegenläufige Entwicklung von Abschlusszahlen und Transaktionsvolumen bedeutet aber auch, dass die Durchschnittsgröße je Transaktion steigt. Ging es im Vorjahreszeitraum bei den Transaktionen im Schnitt noch um 28 Mio. Euro, waren es im ersten Halbjahr dieses Jahres 46 Mio. Euro, die durchschnittlich je Transaktion fällig waren.

Ein Deal prägte den Markt

Für die Monate zwischen April und Juni war ein Großdeal prägend: So übernahm im Juni die österreichische Signa Holding die verbliebenen Anteile der Immobilien der Immobilien des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof der Hudsons’s Bay Company im Wert von 1,5 Mrd. Euro. Die endgültige Übernahme der Galeria Karstadt Kaufhof Immobilien durch Signa hatte auch Auswirkungen auf die Performance der unterschiedlichen Arten von Einzelhandelsimmobilien. So stieg die Warenhaus-Quote um fünf Prozentpunkte auf 28 %. Auch die Fachmärkte haben ihren Anteil am Gesamttransaktionsvolumen leicht erhöht und liegen nun mit 41 % 2 Prozentpunkte über dem Wert des abgelaufenen Jahres.

Deutlich weniger Anteil am Gesamtinvestmentvolumen hatten Geschäftshäuser (18 %) und Shopping Center (13 %). Nach der erfolgten Renditekorrektur kommt der Markt für Value add und Core Plus Shopping Center wieder in Bewegung. Der im zweiten Quartal abgeschlossene Verkauf des Shopping Centers Hofgarten in Solingen belegt die Rückkehr des Investoreninteresses“, ordnet Sandra Ludwig die Anteile ein.

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