Zukünftige Zinsfallen meiden

Zinsfallen meiden
Bei Nullzinsen fehlt der Käse, und bei Zinsanstieg gibt es nur noch Fallen /Foto: © Ruslan Grumble - Fotolia.com

Der Verband der Privaten Bausparkassen warnt trotz laufender Niedrigzinsen und Nullzins-Politik der europäischen Zentralbank vor Zinsfallen in der Zukunft. Ein Zinsanstieg verstärke Restschuld-Risiken.

Der Verband der Privaten Bausparkassen e.V. meldet, dass das Neugeschäft der privaten Bausparkassen 2016 von Baufinanzierungen als Ziel bestimmt wurde, da die Zinsen für die laufenden Ansparguthaben gesunken sind. Abgeschlossen wurden Verträge über eine Bausparsumme von 57,4 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Vertragssumme pro neuen Bausparvertrag stieg um zehn Prozent auf rund 44.200 Euro.

Der Rückgang in der Bausparsumme gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Prozent erklärt sich vor allem durch Tarifumstellungen im Jahr 2015, die damals zu Vorzieheffekten geführt hatten. Hinzu kamen die Auswirkungen der EZB-Nullzinspolitik.

„Die EZB-Nullzinspolitik wirkt als Motivationsbremse für langfristig angelegtes, regelmäßiges Sparen“, sagt Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen.

Dieser Trend macht sich vor allem in der Stückzahl bemerkbar, die 2016 mit 1,4 Millionen um 18,2 Prozent unter dem Vorjahr lag.

„Der sicherheitsorientierte Sparer geht dank EZB-Chef Draghi momentan fast leer aus. Kein Wunder, dass sich viele zurückhalten, die sonst durchaus bereit wären, monatlich 50, 100 oder 150 Euro auf die Seite zu legen“, so Zehnder.

Der Marktanteil der privaten Bausparkassen am Neugeschäft aller Bausparkassen sei stabil geblieben.

Um das Bausparen an sich macht sich Zehnder keine Sorgen. Eigene vier Wände stünden auf der Wunschliste der Menschen nach wie vor ganz oben.

„Die Bauzinsen sind immer noch extrem niedrig. Jedoch besteht die Gefahr, bei einem späteren Zinsanstieg in eine Zinsfalle zu geraten“, betonte der Verbandschef.

Mit rechtzeitig angespartem Eigenkapital könne eine Zinsfalle verhindert werden. Auch würden damit leichter die verschärften gesetzlichen Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung der Kreditinstitute erfüllt.

 „Wer als Normalverdiener zu Rentenbeginn schuldenfrei sein will, braucht ein finanzielles Polster. Weniger Schulden heißt weniger Zins- und Tilgungsleistung. Nur so ist die Investition solide zu stemmen“, warnt Zehnder. (db)