Zinstief ändert Anlageverhalten der Deutschen nicht

©adrian_ilie825 fotolia,.com Trotz Zinstief sind die Deutschen bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu

Auch wen sich die Deutschen darüber bewusst sind, dass das aktuelle Zinsniveau ihr erspartes aufzehren wird, bleiben sie bei Geldanlagen weiterhin risikoscheu.

Eine repräsentative Umfrage der Deutschen Bank unter 500 Teilnehmern ergab, dass 64 Prozent der Deutschen erwarten, dass ihre Ersparnisse durch die anhaltend niedrigen Zinsen künftig weniger wert sein wird. Auch für die Zukunft wird nicht mit einem baldigen Zinsanstieg gerechnet. So glauben 66 Prozent, dass auch in den nächsten drei Jahren keine höheren Zinsen zu erwarten sind, ein weiteres Drittel meint sogar, dass die Zinsen erst in vier bis zehn Jahren wieder steigen werden.

Obwohl zwar durch das niedrige Zinsniveau risikoarme Anlagen kaum oder teilweise gar keinen Ertrag bringen, wollen die Hälfte der Bundesbürger kein zusätzliches Risiko bei der Geldanalage eingehen. So bevorzugen die Befragten weiterhin Spareinlagen (20 Prozent), Tages- und Festgelder (19 Prozent) sowie Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen (14 Prozent). Lediglich 13 Prozent wollen in Aktien und 7 Prozent in Fonds investieren.

Die Umfrageergebnisse stoßen bei Dr. Ulrich Stephan, Chef Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, auf wenig Verständnis: „Viele Deutsche waren immer kluge Sparer. Aber die Zeiten haben sich geändert. Der risikolose Zins liegt derzeit bei maximal null. Deswegen muss man sich überlegen, welche Risiken man bereit ist zu tragen. Wer ohne Blessuren durch das aktuelle Zinstal gehen möchte, muss sein Geld streuen und sich mit anderen Anlageklassen wie etwa Aktien beschäftigen. Das größte Risiko ist mittlerweile, gar nichts zu tun.”

Warum ändern die Deutschen ihr Anlageverhalten nicht?

In der Umfrage werden auch die Gründe für das starre Festhalten an risikoarmen Geldanlagen aufgezeigt. So ist für 73 Prozent der Befragten Sicherheit der wichtigste Aspekt bei der Geldanlage. 62 Prozent der Privatanleger ziehen deshalb risikoreichere Anlageklassen wie Wertpapiere nicht in Betracht. Vor wegen fehlender Kenntnisse über die Anlageklassen scheuen viele Deutsche das Risiko. So trauen sich 56 Prozent der Befragten nicht, Spareinlagen in Wertpapiere umzuschichten, weil sie zu wenig davon verstehen. 55 Prozent verzichten auf einen solchen Schritt, weil sie Aktien, Fonds und Zertifikate generell für kompliziert und unverständlich halten. Lediglich 24 Prozent der Deutschen fühlen sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage gut informiert. Auch bei den Wertpapierbesitzern gibt es noch große Unsicherheiten. So fühlen sich nur 49 Prozent von ihnen gut über die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage informiert. Zudem glauben 47 Prozent der Bevölkerung, dass Aktien nur etwas für Leute mit Geld seien.

„Dieses Ergebnis zeigt einmal mehr: Wir müssen erklären, weshalb und für wen Aktien, Fonds oder Zertifikate im Zinstal sinnvoll sein können. Wir wollen, dass die Altersvorsorge der Deutschen sicher bleibt und ihr Wohlstand nicht gefährdet wird. Und die Zeit drängt“, ergänzt Stephan. (ah)

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