Ziel: Mehr Durchblick bei Immobilien

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Wissen Sie wie viel der Käufer Ihres Nachbarhauses gezahlt hat? Oder wie groß die Wohnungen auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind? Wohl eher nicht: Der Immobilienmarkt gilt als sehr intransparent. Eine neue Initiative will das nun ändern – und hat bereits einen ersten Schritt unternommen.

Unter dem Motto „Umdenken. Mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt“ sind Unternehmen und Verbände dazu aufgerufen, sich für mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt einzusetzen. Die Initiative wurde von dem auf den Immobilienmarkt- und Portfolioanalysen spezialisierten PropTech realxdate und der Fachzeitschrift Immobilien Manager ins Leben gerufen.

Die Initiative verfolgt das Ziel, allen Marktteilnehmern Zugang zu qualitativ hochwertigen, aktuellen Immobiliendaten zu verschaffen. Dazu wurde im ersten Schritt eine übersichtliche Transaktions-Datenbank für Immobilien eingerichtet, die unter www.transaktionsdatenbank.de online ist. Vergleichbare Datenbanken sind bislang ausschließlich kostenpflichtig und richten sich hauptsächlich an Fachpublikum.

In der freien Transaktionsdatenbank führen die Initiatoren marktrelevante Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammen und bereiten diese grafisch verständlich auf. Neben Angaben über Ort, Art der Transaktion, die Nutzung der Immobilie, der Fläche und dem Preis bietet die Datenbank detaillierte Einsicht in die Geschäftsbeziehung innerhalb der Branche. Es wird erwartet, dass neben Fachleuten aus der Immobilien- und Finanzbranche auch Politik, Verwaltung und interessierte Privatpersonen die Transaktionsdatenbank nutzen werden.

„Immobiliendaten sollten kein Herrschaftswissen und für jeden Interessierten leicht zugänglich sein. Wir sind überzeugt, dass alle von einem transparenteren Umgang mit Immobiliendaten profitieren – wirtschaftlich und gesellschaftlich“, erklärt Markus Gerharz, Projekt-Manager Digital beim Immobilien Manager Verlag, die Gründe für die Initiative.

„Viele Unternehmen, Banken und Verbände signalisieren bereits ihre Unterstützung für die Initiative. Das ist gut: Denn je mehr mitmachen, desto fundierter ist das Ergebnis“, ergänzt Dr. Titus Albrecht, Mitinitiator und Geschäftsführer der realxdata GmbH.

Die Initiative wird auch von Immobilieninvestoren und der Wissenschaft begrüßt. „Eine hohe Datentransparenz in Immobilienmärkten ist die Voraussetzung für Investitionen und eine positive wirtschaftliche Entwicklung, aber auch für ein besseres Verständnis der Marktentwicklungen vor der eigenen Haustür“, erklärt Martin Schellein, Leiter Investment Management Europa bei der Union Investment Real Estate GmbH.

„Immobilienmärkte gelten als vergleichsweise intransparent. Für diese relativ hohe Intransparenz zahlten wir in Deutschland einen hohen Preis, denn Märkte funktionieren nur dann gut, wenn möglichst viele Marktteilnehmer kostengünstigen Zugang zu belastbaren Informationen haben. Mit einer frei zugänglichen Transaktionsdatenbank wird die Mauer der Intransparenz ein weiteres Stück eingerissen. Das ist gut für Forschende und für Markt-Akteure“, so Tobias Just, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter der IRE BS Immobilienakademie in Regensburg.

Der nächste Schritt: Die Initiative prüft, ob und wie auch weitere bislang auf dem Markt kostenpflichtige Services und Kennzahlen zukünftig frei zugänglich gemacht werden können. (ahu)