Wohnimmobilie erobert Spitzenplatz

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Die Wohnimmobilie gehört zu den Gewinnern der Corona-Krise. Auch die einheimische Immobilie ist in der Gunst der Investoren gestiegen. Büroimmobilien verlieren hingegen deutlich an Bedeutung. Auch bezüglich der Strategien gibt es Veränderungen.

Zum mittlerweile achten Mal hat Wealthcap im Rahmen einer jährlichen Immobilientrendstudie Vermögensverwalter, Finanzvertriebsexperten, Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken zu Anforderung an Immobilien-Publikumsfonds befragt. Dabei baute die deutsche Immobilie ihren Status als beliebteste Anlageklasse weiter aus: Wurde diese im vergangenen Jahr noch von 90 % der Befragten favorisiert, waren es bei der diesjährigen Umfrage bereits 94 %. Auslandsimmobilien kommen für 67 % der Umfrageteilnehmer in Frage. Bei den Umfrageergebnis spiegelt sich deutlich die aktuelle Lage aufgrund der Corona-Pandemie wider: So hat die Büroimmobilie in der Gunst der Experten um knapp 30 Prozentpunkte an Wert eingebüßt und belegt mit 59,5 % inzwischen nur noch den zweiten Platz bei den bevorzugten Nutzungsarten. Hinzugewinnen konnte hingegen die Wohnimmobilie, die nun von 76,2 % der Befragten favorisiert wird, ein Anstieg um 12,2 Prozentpunkte. Damit liegen Wohnimmobilien zum ersten Mal auf dem ersten Platz.  „Vor dem Hintergrund von Covid-19 und ihrer grundsätzlichen Resilienz in Krisenzeiten gewinnen Wohnimmobilien stark an Beliebtheit. Darüber hinaus profitiert Deutschland von der Wahrnehmung als sicherer Hafen. Es wird deutlich, dass Anleger langfristig nachhaltige Investments suchen – und dafür stehen in Deutschland die Chancen besonders gut“, erläutert Sebastian Zehrer, Leiter Research bei Wealthcap.

Mehr Interesse an Wertsteigerungen

Bei einem Immobilieninvestment kommt es nicht nur auf die Nutzungsart, sondern auch auf den Lebenszyklus des Objekts an. So hat die Core-Immobilie gegenüber dem Vorjahr zwar um 6,2 Prozentpunkte eingebüßt, liegt mit 73,8% aber immer noch auf Rang 1. In der Gunst der Experten hinzugewonnen hat hingegen das Value-Add-Segment, gegenüber dem sich mittlerweile jeder zweite Befragte aufgeschlossen zeigt, eine Steigerung um 10 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2017. Auch der Bereich Projektentwicklung wird bei den Investoren immer beliebter: Bei der diesjährigen Umfrage stellte dieses Segment für 31 % der Befragten eine Option dar, eine Steigerung um sechs Prozentpunkte gegenüber 2018.

Zielfonds-Investments für Diversifizierung geschätzt wie nie

Neben Fonds, die Direktinvestments in Immobilien tätigen, befasst sich die jährliche Erhebung auch mit Dachfonds-Strategien, die mittelbar über institutionelle Zielfonds in Immobilien investieren. Im Vergleich zum Vorjahr steigt vor allem die Attraktivität des Diversifikationspotenzials dieser Anlageform auf über 90 %.  54 % der Befragten sehen dies sogar als wichtigstes Kriterium für Dachfonds-Investments, eine Steigerung um 39 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Im Gegenzug sank die Bedeutung der reinen Rendite um 15 Prozentpunkte auf 22 %.

Jeder Zweite will ESG

Weil das Thema Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage immer mehr an Bedeutung gewinnt, befasste die aktuelle Trendstudie auch mit der Bedeutung von ESG-Faktoren für die Investitionsentscheidungen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie ESG-Kriterien sowohl auf Produkt- als auch auf Anbieterebene als sehr wichtig erachten. Knapp ein Drittel bezeichnet ESG-Compliance dabei sogar als wichtigstes Investitionskriterium auf Produktebene. Nur jeder zehnte Befragte stuft ESG-Kriterien als unwichtig ein.

„Neben der wirtschaftlichen und finanziellen Nachhaltigkeit spielt auch die ökologisch-soziale Komponente eine zunehmend wichtige Rolle in der Beurteilung von Produkten und Anbietern. Diese strukturelle Entwicklung nehmen wir extrem ernst und integrieren ESG-Kriterien konsequent in sämtliche Entscheidungsprozesse“, so Werner Harteis, Head of ESG Corporate bei Wealthcap.

Die komplette Studie können Sie hier herunterladen. (ahu)