Wohngebäudeversicherung: Jeder zweite Versicherer macht Verlust

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Die Wohngebäudeversicherung bleibt ein großes Sorgenkind der Assekuranz: Der Markt macht zwar insgesamt Gewinn, aber die Schadensquote steigt weiter. Für die Zukunft dieser Versicherungssparte ist besonders die Digitalisierung von entscheidender Bedeutung.

Für die Verbundene Wohngebäudeversicherung verlief das vergangene Jahr durchaus positiv: So stiegen laut dem GDV im Jahr 2017 die Beitragseinnahmen auf 7,198 Mrd. Euro und die Combined Ratio erreichte mit 97,9 % einen durchaus respektablen Wert. Dass die Wohngebäudeversicherer also insgesamt Gewinn machten, hängt besonders mit dem Ausbleiben großer Naturkatastrophen zusammen.

Der „Branchenmonitor 2015 – 2017“ den die V.E.R.S. Leipzig GmbH gemeinsam mit YouGov erstellt hat, und bei dem die 50 größten Anbieter mit einem gemeinsamen Marktanteil von 94 % untersucht wurden, zeigt jedoch, dass die Lage in der Wohngebäudeversicherung weiterhin kritisch ist. So stiegen die durchschnittlichen Schadensaufwendungen der 50 analysierten Gesellschaften von 83,4 Mio. Euro im Jahr 2016 auf 91,29 Mio. Euro 2017. Auch die Schadensquote lag mit 71,29 % deutlich über dem Vorjahreswert von 65,29 %. Immerhin: Die noch höhere Schadensquote von 2015 (73,59 %) wurde verfehlt. Mit der gestiegenen Schadensquote hat sich auch das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellungen weiter verschlechtert: Nachdem es im Jahr 2016 noch bei minus 3,06 Mio. Euro lag, sank es 2017 auf minus 3,63 Mio. Euro. Zwar lag die durchschnittliche Schaden-Kostenquote mit 98,67 % noch im grünen Bereich. Jedoch macht gut jeder zweite Versicherer im Bereich der Wohngebäudeversicherung mit dem eigentlichen Versicherungsgeschäft Verlust.

Die Autoren der Studie weisen zudem darauf hin, dass trotz des Ausbleibens größerer Naturkatastrophen im Jahr 2017 die regionale Bedrohung durch Starkregen, Überschwemmungen, Hagel und Stürme in den letzten Jahren insgesamt gestiegen ist.

Eine weitere Veränderung für die Wohngebäudeversicherung ist die Digitalisierung. So bringen Smart-Home-Lösungen eine Reihe neuer Innovationen hervor und es werden am Markt immer mehr Tarife angeboten, die neben der reinen Risikoabsicherung auch auf Assistance-Lösungen setzen (z.B. vernetzte Rauch-, Wasser- und Bewegungsmelder, die im Notfall den Rettungsdienst alarmieren). Die Studienautoren verweisen aber auch auf die Risiken der Digitalisierung, weshalb das Thema Datenschutz und Datensicherheit von entscheidender Bedeutung ist.

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