Wissen Betriebe, was Frauen sich wünschen?

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Wissen Arbeitgeber was sich Mitarbeiter wünschen? Manchmal ja. Es gibt einige Baustellen. So wiesen viele Betriebe nicht was sich Frauen wünschen, wie etwa eine betriebliche Altersvorsorge.

2015-11-05 (fw/db) Der Direkt- und Maklerversicherer Hannoversche, ein Unternehmen der VHV Gruppe aus Hannover, untersuchte in einer Studie, ob Arbeitgeber in Deutschland den Wünschen und Träumen ihrer Arbeitnehmer in der betrieblichen Realität entsprechen.

Flexible Arbeitszeiten, eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (Work-Life-Balance) und ein gutes Gehalt – das ist den Deutschen, laut der Befragung, am wichtigsten, damit sie sich an ihrem Arbeitsplatz besonders wohlfühlen.

Die Arbeitgeber in Deutschland hinken diesen Ansprüchen aber weit hinterher. So wünschen sich 44 Prozent der Berufstätigen Erwachsenen eine gute Work-Life-Balance – aber nur 31 Prozent geben an, dass ihr Arbeitgeber diese wirklich bietet.

Belegschaft bewertet Betriebe gut

Im Großen und Ganzen stellen die Arbeitnehmer in Deutschland ihren Betrieben ein gutes Zeugnis aus. 83 Prozent aller Befragten gaben an, sich wohl (50 Prozent) oder sogar sehr wohl (32 Prozent) zu fühlen.

Wenn es etwas an ihren Arbeitsplatz zu verbessern gibt, dann stehen flexible Arbeitszeiten ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen. Mit 53 Prozent ist dies für mehr als jeden Zweiten wichtig, um sich wohl zu fühlen. Immerhin 46 Prozent geben an, diese Flexibilität tatsächlich zu bekommen. Mit 62 Prozent am stärksten ausgeprägt ist das Bedürfnis nach flexiblen Arbeitszeiten bei den 40- bis 49-Jährigen. Die kleinste Rolle spielen sie für die Berufstätigen ab 60 Jahren (41 Prozent).

Am weitesten liegen Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Gehalt auseinander. 41 Prozent der Berufstätigen wünschen sich eine bessere Bezahlung als in ihrer Branche üblich – nur 16 Prozent bekommen es. Anders als oft vermutet ist auch der Generation Y ein gutes Gehalt wichtig. 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen legen Wert auf eine überdurchschnittliche Entlohnung, erfüllt wird dieser Wunsch nur jedem Fünften (21 Prozent).

Arbeitgeber bieten falsche Anreize
Allerdings ist es nicht so, dass die Unternehmen nicht bemüht wären, ihren Arbeitnehmern motivierende Extras zu bieten. 83 Prozent der Deutschen erhalten solche Zusatzleistungen von ihrem Arbeitgeber.

Nur treffen diese Angebote oft nicht die Nachfrage. Firmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern häufig Services, die diese gar nicht so stark wünschen und daher auch nicht zu schätzen wissen.

Besonders auffällig ist der Abstand beim Betriebssport: Er wird 13 Prozent der Berufstätigen angeboten – aber nur drei Prozent wissen ihn zu schätzen.

Eine Kantine mit gesundem Essen und Fahrkostenzuschüsse werden häufiger angeboten als nachgefragt.

Punkten könnten die Arbeitgeber mit etwas mehr Urlaub als bisher üblich. Den wünschen sich 22 Prozent der Arbeitenden, nur jeder Zehnte erhält ihn aber auch tatsächlich.

Wissen Betriebe nicht was Frauen sich wünschen?
Nachvollziehbar ist, dass deutlich mehr Angestellte gerne ein höheres Gehalt als branchenüblich hätten. Was allerdings auffällt ist, dass sich nur 27 Prozent der Arbeitnehmer Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) wünschen, und lediglich ein Drittel der Arbeitgeber diese anbieten (30 Prozent). Dabei wirkt diese Art der Altersvorsorge wie eine Gehaltserhöhung, insbesondere wenn der Chef dies noch aus seinen Vorteilen heraus bezuschusst.

Auffällig ist, dass signifikant mehr Männer als Frauen in Unternehmen arbeiten, in denen ein bAV-Zuschuss angeboten wird (35 Prozent zu 24 Prozent). Damit wird vielen Frauen eine zusätzliche Altersvorsorge erschwert, obwohl sie sich diese wünschen, wenn sie dabei unterstützt werden.

Die Wünsche der Deutschen an den Traum-Arbeitgeber
(Wunsch zur betrieblichen Wirklichkeit in Klammer)

01. Flexible Arbeitszeiten (53 zu 46 Prozent)
02. Eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (44 zu 31 Prozent)
03. Ein höheres Gehalt als branchenüblich (41 zu 16 Prozent)
04. Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge (27 zu 30 Prozent)
05. Mehr Urlaub als normalerweise in der Branche (22 zu 10 Prozent)
06. Kostenloses Essen und Getränke (13 zu 20 Prozent)
07. Kantine, in der gesundes Essen angeboten wird (11 zu 18 Prozent)
08. Fahrtkostenzuschüsse (11 zu 15 Prozent)
09. Individuelle Arbeitsplatzgestaltung (8 zu 14 Prozent)
10. Zuschüsse bei der Gesundheitsvorsorge (7 zu 7 Prozent)
11. Beauftragte für die Optimierung des Betriebsklimas (6 zu 3 Prozent)
12. Firmenrabatt bei Event und beim Einkaufen (4 zu 12 Prozent)
13. Betriebssport-Angebote (3 zu 13 Prozent)
14. Massageangebote am Arbeitsplatz (3 zu 4 Prozent)
15. Kostenlose Angebote für Achtsamkeits- und Mediationstraining (2 zu 3 Prozent)

finanzwelt-Fazit: Die Studie zeigt dass in den Betrieben die Kluft zwischen Bedarf und Angebot noch so groß ist, dass Beratung hier einiges optimieren kann. Dies gilt besonders in Verbindung mit dem Altersvorsorge-Management. Da können Versicherungsmakler die Themen von der betrieblichen Altersvorsorge, betrieblichem Gesundheitsmanagement bis zur betrieblichen Gesundheitsvorsorge gut platzieren und nebenbei einige weitere Verbesserungen anregen.

Dietmar Braun