Wirtschaftskräfte werden sich 2017 durchsetzen

Claus Walter

Das neue Jahr hält einige politische Unwägbarkeiten bereit, trotz möglicher Risiken werden aber letztendlich die Marktbedürfnisse obsiegen. 2016 war ein Wechselbad für Anleger. Die Kapitalmärkte wurden durch politische Entwicklungen und die Notenbankpolitik verzerrt, was zu teilweise heftigen Schwankungen führte. Die Märkte drifteten zudem auseinander: Während viele europäische Werte durchwachsene Performance einbrachten, verbuchten amerikanische Aktien insbesondere nach dem Wahlsieg Donald Trumps Gewinne.

Überraschend konnten sich auch die Börsen in den Schwellenländern gut behaupten. Insgesamt ist die Bilanz nach der Verlustphase zum Jahresauftakt versöhnlich. Auch in den kommenden Monaten werden politischen Entscheidungen die Märkte massiv beeinflussen, denn hier gibt es viele offene Fragen: Was bleibt etwa vom Wahlkampfpopulismus Trumps übrig? Welche die Weltwirtschaft beeinflussenden Fakten wird er nach seinem Amtsantritt schaffen? Was bringen die Wahlen in Holland, Frankreich und Deutschland? Wie zukunftsfähig ist die Europäische Union in ihrer heutigen Form? Langfristig sollten Anleger die politischen Unsicherheiten aber nicht überbewerten und darauf vertrauen, dass sich die wirtschaftlichen Kräfte durchsetzen.

Das gilt auch für einen Präsidenten Trump, selbst wenn er immer für Überraschungen gut sein wird. Selbst die Infragestellung von Freihandelsabkommen, die wohl während seiner Präsidentschaft auf Eis liegen werden, ist nur ein absehbares Hindernis. Denn dann läuft der Handel einfach auf bisheriger Basis weiter. An den Märkten überwiegt jetzt bereits die Hoffnung auf eine wirtschaftsfreundliche US-Politik die Zweifel an Trump.

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