Wir setzen auf ein starkes Vertriebspartner Netzwerk

finanzwelt: Welche Qualitäten sollte ein Vertriebspartner denn mitbringen?
Schrobback: Vertriebspartner müssen nicht zwingend über ein überregionales Vermittlernetzwerk verfügen. Wir arbeiten mit Einzelvertrieben genauso zusammen wie mit deutschlandweit agierenden, großen Allfinanzvertrieben. Wichtig ist in der heutigen Zeit ein reibungsloser Ablauf, sowohl im Back-Office als auch hinsichtlich der Strukturen und aus Sicht der Digitalisierung. Vertriebspartner sollten in der Lage sein, Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen und Portfolios von 50, 100 oder 150 Wohneinheiten professionell zu vertreiben und auch verlässlich und fristgerecht abzuwickeln. Darüber hinaus steht für uns die umfassende Aufklärung der Käufer und eine lückenlose Dokumentation des Beratungsprozesses sowie eine umfangreiche Chancen- und Risikoaufklärung im Vordergrund. Dabei ist ein transparenter After-Sales-Service ebenso wichtig wie der Pre-Sale.

finanzwelt: Das Retail-Geschäft und das enge Netzwerk zu Ihren Kunden und Vertriebspartnern bildet eine starke Achse für Ihren unternehmerischen Erfolg. Planen Sie darüber hinaus auch Projekte für institutionelle Investoren und welchen Zugang haben Sie bereits zu dieser Klientel?
Schrobback: Wir befinden uns weiter auf Wachstumskurs und planen für künftige Ankaufsfinanzierungen nun den Schritt in Richtung Kapitalmarkt. Rein bankenabhängige Fremdkapitalfinanzierungen werden zunehmend schwieriger, da die Finanzinstitute – aufgrund der wirtschaftlich unsicheren Lage – mitunter nur sehr zögerlich Darlehen vergeben. Im Allgemeinen sind gewerbliche Immobilien- und Unternehmensfinanzierungen in Deutschland derzeit einem starken Wandel ausgesetzt und Rahmenbedingungen können aktuell nicht sicher definiert werden. Für das geplante Wachstum der Gruppe müssen wir die finanziellen Spielräume erweitern und den Kapitalmarkt anzapfen. Am Kapitalmarkt suchen wir derzeit nach entsprechenden Lösungen – hierbei werden insbesondere Angebote durch institutionelle Investoren wie z. B. stille Beteiligungen, Genussrechte, partiarische Darlehen oder Mezzanine-Finanzierungen bevorzugt. Wir sind grundsätzlich offen für fremd – wie auch eigenkapitalnahe Lösungen – und sind für Gespräche offen, es muss jedoch der richtige Finanzierungsmix gefunden werden. Mittelfristig arbeiten wir außerdem an einer außerbörslichen Kapitalmarktemission und planen eine Anleihe zu begeben. Langfristig ist ein Börsengang nicht ausgeschlossen.  (hs)