“Wir erleben eine Farce im Forst”

Alfred Platow, Vorstandsvorsitzender von ÖKOWORLD / Foto: © ÖKOWORLD

Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen ist das derzeit wohl bekannteste Waldstück Deutschlands. Angesichts des in den letzen Wochen eskalierten Streits um dessen Abholzung zugunsten eines Braunkohltagebaus richtet ÖKOWORLD-Chef Platow einen eindringlichen Appell an die Politik und an RWE.

Seit Jahren protestieren Umweltschützer im Hambacher Forst gegen den Energiekonzern RWE, der plant, den Wald weiter abholzen lassen zu wollen um die darunter liegende Braunkohle zu fördern. Nicht erst seit vor kurzem ein Journalist, der die Protestbewegung dokumentierte, tödlich verunglückte, ist der Streit um den Hambacher Forst bundesweit ein Thema. RWE hält die Abholzung für unumgänglich um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken sicherzustellen. Die Umweltschützer sehen sich aber im Recht: So bezeichnet ein von Greenpeace in Auftrag gegebenes Gutachten die geplante Rodung als rechtlich unzulässig.

Zu einer weiteren Eskalationsstufe im Streit um den Hambacher Forst könnte es am Samstag kommen: Mehrere Umweltschutzverbände haben für den kommenden Samstag zu einer Großdemonstration aufgerufen, bei der bis zu 20.000 Menschen erwartet werden.

Angesichts der jüngsten Ereignisse und der angekündigten Großdemonstration fordert Alfred Platow, Vorstandsvorsitzender der ÖKOWORLD AG, einen sofortigen Stopp der Rodungsarbeiten: „Was wir aktuell erleben, ist die Farce im Forst. Der Hambacher Forst ist zum Symbol geworden für den Kampf um die Braunkohle, um unser Klima, das Menschsein und unsere Zukunft. Und das RWE und die Landesregierung NRW könnten die Rodung noch verhindern. Doch sie halten ohne Kompromissbereitschaft daran fest. Die Polizei soll jeglichen Protest aus dem Wald räumen, damit das RWE den Klimakiller Kohle ungestört aus dem Boden holen kann. Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist laut RWE-Chef Schmitz eine Illusion. Ich fordere die NRW Landesregierung und die RWE Vorstände dazu auf, endlich zu Sinn und Verstand zurückzufinden. Wollten wir nicht aus der Kohle aussteigen und sollte Deutschland mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht Vorreiter, Vorbild und Pionier sein? Die Anwältin Cornelia Ziehm hat in ihrem Gutachten für Greenpeace festgestellt, dass es dem RWE lediglich erlaubt ist, den Wald abholzen zu lassen, wenn dies für den Betrieb des Braunkohletagebaus „erforderlich” beziehungsweise „unerlässlich” ist. RWE hat selbst eingeräumt, dass eine betriebliche Notwendigkeit zu der Maßnahme erst ab dem 15. Dezember besteht. Den Wald vor diesem Termin zu roden ist unzulässig und generell nicht akzeptabel. Was für ein gieriges und ignorantes Vorgehen. Bitte packt die Sägen wieder ein.“ (ahu)

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