Wie wollen die Deutschen wohnen?

Bitte zwei Toiletten und Abstellraum

Für gut zwei Drittel der Befragten ein zusätzliches Gäste-WC unbedingt notwendig. Immerhin gut jeder Zweite würde zugunsten eines niedrigeren Kaufpreises auf ein kleines, aber zweckmäßiges Badezimmer setzen. Bezüglich der Abstellmöglichkeiten ergibt sich ein durchaus erstaunliches Bild: Während sich ca. 86 % einen Abstellraum in der Wohnung wünschen, ist etwas mehr als jeder Zweite dazu bereit, auf einen Keller zu verzichten, wenn er dadurch Geld sparen würde.

Energieeffizienz soll keine Kosten verursachen

Gegen eine weitere kostentreibende Steigerung der Energieeffizienz über den aktuellen Standard hinaus, sprachen sich 75 % der Befragten aus. „Die Anforderungen beim energetischen Bauen, bei Schallschutz und der Architektur haben zu einer dramatischen Kostensteigerung geführt. Alleine der Materialeinsatz hat sich in den letzten 10 Jahren um 50 % erhöht. Hinzu kommt die Explosion der Grundstückspreise. Auch die Baukosten haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt, kostengünstiger Wohnungsbau ist unter diesen Umständen praktisch nicht mehr möglich. Es stellt sich die Frage: Was nützen uns die energetisch vielleicht besten Wohnungen, wenn der deutsche Durchschnittsbürger sie sich nicht mehr leisten kann?“, so Ries.

Was gehört auf jeden Fall noch zur Wohnung?

Immerhin 40 % der Befragten sind dazu bereit, auf eine Fußbodenheizung zu verzichten, wenn sie ihre Wohnung dadurch günstiger bekommen können. Wenn damit Kosten gespart werden könnten, würden immer ca. 70 % auf eine digitale Steuerung der technischen Einrichtung (BUS-Systeme) verzichten.

Dass das Auto den Deutschen ihr „liebstes Kind“ ist, wird daran deutlich, dass über die Hälfte nicht auf einen Tiefgaragenstellplatz zugunsten eines Außenstellplatzes verzichten will. Dabei wären dabei Baukosteneinsparungen zwischen 20.000 und 30.000 Euro möglich.

Auch die Möglichkeit, frische Luft zu schnappen, ohne die Wohnung verlassen zu müssen, ist für den Großteil der Befragten unverzichtbar. So gehört für ca. 87 % von ihnen ein Balkon oder eine Terrasse auf jeden Fall zur Wohnung. Grün- und Außenanlagen sind hingegen nur für die Hälfte der Befragten ein ausschlaggebendes Kriterium. Offenbar genügt es den meisten, wenn sie öffentliche Grünanlagen in der Nähe haben.

Knapp 90 % der Befragten würden auf eine Wettbewerbsarchitektur zugunsten eines günstigeren Kaufpreises mit einer Kosteneinsparung von bis zu 15% verzichten. (ahu)

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