Wie steht es um die Privaten Krankenversicherungen?

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Eine aktuelle Untersuchung der Privaten Krankenversicherungen zeigt, dass die Beitragserhöhungen in diesem Jahr geringer ausfielen und zum Teil unterdurchschnittlich waren. Insgesamt 14 Gesellschaften haben mindestens sehr gute Leistungen gebracht, an der Spitze gab es einen Wechsel.

Heute veröffentlichte die Map-Report-Redaktion die 18. Auflage des „Rating Private Krankenversicherung“. Dafür wurden Bilanzdaten und Servicekennzahlen für die Jahre 2012 bis 2016 sowie die Entwicklung der Bestandsbeiträge im Zeitraum von 2000 bis 2018 untersucht.

Geringere Beitragssteigerungen

Im Schnitt erhöhten die Teilnehmer im PKV-Rating die Bestandsbeiträge in der Beitragsrechnung des Angestellten von 2017 auf 2018 um durchschnittlich 2,9 %, deutlich weniger als im Vorjahr, als die Beitragssteigerung bei 6,6 % lag. Die Beitragssteigerung lag auch unter dem Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2018, als die Beiträge jährlich im Schnitt um 3,8 % stiegen.

Ebenfalls um 2,9 % stiegen die Bestandsbeiträge in der Beispielrechnung des Bundesbeamten zum Jahresbeginn 2018. Im Vorjahr betrug der Anstieg noch 5,5 %. Die diesjährige Beitragssteigerung der Bundesbeamten liegt genau im Schnitt der vergangenen 18 Jahre.

Die Beitragsentwicklungen wurden auch am Fallbeispiel eines Senioren untersucht. Der Modell-Vertrag wurde im Jahr 1982 abgeschlossen. Anfang des Jahres 2018 sind die Beispielkunden bereits 76 und 74 Jahre alt. Für diese Versicherten entfaltet die Verwendung der Alterungsrückstellung nach § 150 VAG ihre Wirkung.

In der Beispielrechnung des im Ruhestand befindlichen Angestellten lag die durchschnittliche Beitragserhöhung zwischen 2000 und 2018 im Branchendurchschnitt bei 2,3 % und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Das sind 1,5 Prozentpunkte weniger als bei den Vergleichstarifen. Zum Jahresbeginn wurde auch hier der Beitrag im Schnitt um 2,9 % erhöht und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 5,7 %.

Zudem ist eine weitere Variante zum Vergleich der Beitragsanpassungen hinzugekommen. Im Gegensatz zu den Musterfällen wird hier nicht ein bestimmter Vertrag beziehungsweise eine Tarifkombination für die Gegenüberstellung herangezogen, sondern der gesamte Bestand nach Monatssollbeiträgen. Die Beitragssteigerungen basieren hier auf dem Bafin-Nachweis 230. In dieser Rechnung für den Zeitraum von 2012 bis 2016 lagen die Beitragsanpassungen durchschnittlich bei 2,3 %

Neun Gesellschaften mit Höchstwertung

Sieger des diesjährigen Rankings wurde die Debeka, die 83,4 von 100 möglichen Punkten erzielte und als einzige Gesellschaft zudem die 80-Punkte-Marke überschritt. Dafür erhielt die Koblenzer Versicherung die Höchstnote „mmm“. Sie überzeugte in allen drei Teilbereichen des Ratings. Für den Gesamtsieg waren vor allem die Spitzenplätze bei den Service- und Vertragsdaten verantwortlich. Hier holte die Debeka 25,85 bzw. 34,75 Punkte. Bezüglich der Bilanzkennzahl musste sich die Debeka mit 22,8 von möglichen 30 Punkten mit Rang 6 begnügen.

Vorjahressieger Provinzial erhielt ebenfalls die Note „mmm“, verpasst aber mit 78,96 Punkten die 80-Punkte-Marke nur knapp. Die Versicherung überzeugte vor allem im Bereich Bilanz, wo sie 24,6 Punkte holte, die zweit meisten des gesamten Rankings. Einen Punkt weniger in der Kategorie Bilanz holte die Signal Iduna, die mit 75,5 Punkten auf Rang drei kam und ebenfalls ein „mmm“ erhielt. Mit 73,2 Punkten kam die SDK auf Rang drei, gefolgt von der Alte Oldenburger (71,55 Punkte), der R+V (71,51 Punkte) und der LVM (71,5 Punkte). Letztere überzeugte vor allem im Bereich Bilanz, wo sie mit 25,2 Punkten mehr Punkte holte als alle anderen untersuchten Versicherer. Ebenfalls über die 70-Punkte-Marke kamen die Huk-Coburg (71,15 Punkte) und die Barmenia (70,30 Punkte). Auch diese beiden Versicherer erhielten die Höchstnote „mmm“.

Die Note „mm“ für sehr gute Leistungen erhielten die Allianz (68,15 Punkte), die Pax-Familienfürsorge (68,07 Punkte), die Hansemerkur (67,05 Punkte), die Concordia (66,88 Punkte) und die DKV (64,9 Punkte). (ahu)

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