Wie sich Investoren über digitale Assets an Unternehmen beteiligen

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Fast jedes Unternehmen benötigt Kapital, schon vor der Gründung als grundlegende Basis und später zum Zweck des eigenen Wachstums. Demgegenüber stehen Investoren, die auf der Suche nach vielversprechenden Anlageformen sind. Beide finden neuerdings was sie brauchen auf der Blockchain, nämlich in Form digitaler Assets.

Klassische Geldgebersuche war gestern, heute ist Tokenisierung

Eine Finanzierungsrunde ist ein komplexer und sehr zeitaufwendiger Prozess. Dank der Blockchain-Technologie und der so möglichen Tokenisierung von Unternehmenswerten gibt es jetzt eine sehr viel unkompliziertere Methode, mit der sich Investoren an einem Unternehmen beteiligen und von dessen Erfolg profitieren können. Das Stichwort lautet hier „Smart Contracts“. Solche Verträge passen sich automatisch an sich verändernde Rahmenbedingungen an. Mittels solcher Contracts erwirbt der Investor sogenannte Security Token. Sie bilden materielle oder immaterielle Güter digital ab, etwa einen vorher festgelegten Unternehmenswert, ein Schuldverhältnis oder bestimmte Rechte.

Grundlage dieser neuen Beteiligungsform sind Token-basierte Prozesse, durch die die Vermögenswerte eines Unternehmens in werttechnisch exakt gleiche Teile aufgesplittet werden. Zudem besitzen die Assets die jeweils gleichen Rechten und Pflichten. Der Vorteil dieser Aufteilung besteht darin, dass der mittels Token abgebildete Vermögensgegenstand handelbar wird. Dies geschieht über die Asset Token, Dept Token (handelbare Forderungsrechte) bzw. Equity Token (Beteiligungsrechte).

Das World Economic Forum WEF glaubt, dass die Blockchain zu den 15 wichtigsten Themen (Hot Topics) der kommenden Jahre zählen wird. Laut einer Prognose der HSBC besitzt das tokenisierte Eigenkapital der Unternehmen das Potenzial, bis zum Jahr 2027 auf einen Wert von etwa 24 Billionen US-Dollar anzuwachsen.

Übersetzungs-Startup vidby: Beteiligung durch VIDS

Ein gutes Beispiel für die sehr einfache Tokenisierung bietet die Übersetzungs-Plattform vidby. Dieses Unternehmen ist spezialisiert auf die Übersetzung von Videos. Die Tonspuren von Videos werden durch modernste, KI-gestützte Technologie innerhalb weniger Minuten übersetzt. Die Genauigkeit beträgt dabei bis zu 90 Prozent.

Die beiden Gründer von vidby Eugen von Rubinberg (links) und Alexander Konovalov. © vidby.com

Investoren hatten die Möglichkeit, sich durch digitale Assets am Unternehmen zu beteiligen und auf diese Weise am Erfolg des jungen Startups zu partizipieren. Inzwischen hat vidby allerdings alle seine herausgegebenen Token, die vom Unternehmen als VIDS bezeichnet werden, über die Plattform von Aktionariat verkauft. Dort ist vidby deshalb mit 74% das Unternehmen mit der weitaus besten Preisentwicklung.

Die vidby-VIDS werden von Finanzexperten als sinnvolles Instrument der Diversifizierung auf einem momentan extrem boomenden High-Tech- und Automatisierungsmarkt angesehen. Die Themen Künstliche Intelligenz, Cloud und Big Data gelten ja als wichtige Antriebsaggregate einer immer stärker digitalisierten Wirtschaft.

Der Handel mit vidby-VIDS ist denkbar einfach. Auf der Website des Unternehmens wird eine Verlinkung mit der Plattform Aktionariat zur Verfügung gestellt. Über diesen Link können Investoren den Kauf oder Verkauf abwickeln. Wer VIDS kaufen oder verkaufen möchte, benötigt lediglich eine Wallet auf Auktionariat. Die Einrichtung der Wallet ist ebenfalls unkompliziert und nimmt nur wenige Minuten in Anspruch.

Investment-Demokratisierung durch Tokenisierung

Die Entwicklung digitaler Assets ist für Investoren und Unternehmen in verschiedener Hinsicht vorteilhaft. Unternehmen, die Token herausgeben (emittieren) gelangen zeitnah und unkompliziert an wichtiges Working Capital. Dies wird möglich, weil der Handel direkt über die eigene Unternehmenswebsite möglich ist. Termine bei Banken oder Notaren entfallen, wodurch sich der Handel wesentlich zügiger vonstatten geht und zudem bürokratisch vereinfacht wird. Über die digitalen Assets akquiriertes Kapital steht somit kurzfristig zur Verfügung.

Auch (institutionelle-) Investoren und auch Privatanleger, können durch die Tokenisierung von einer ganzen Reihe von Vorteilen gegenüber traditionellen Aktien profitieren. Über die tokenisierten Aktien kommt es zu einer Demokratisierung des Investmentmarktes. Wo früher ausschließlich finanzkräftige Investoren zum Zug kamen, da haben heute auch Privatanleger mit wenig Kapital die Möglichkeit zu investieren. Beteiligungen an Unternehmen sind nicht länger das exklusive Vorrecht wohlhabender Investoren.

Die einfache Übertragbarkeit der Token ist ein weiterer Pluspunkt. Der Handel lässt sich vollkommen unabhängig von externen Finanzintermediären abwickeln. Der Vorteil liegt hier darin, dass Kauf und Halten tokenisierter Aktien im Vergleich zum klassischen Aktienhandel wesentlich kostengünstiger sind.

Weil Zeit heute allzu oft Geld ist, profitieren Investoren und Unternehmen davon, dass sich digitale Assets rund um die Uhr handeln lassen, weil man keine Rücksicht auf die Handelszeiten an den Börsen nehmen muss. Darüber hinaus bietet diese Anlageform für Investoren den Vorteil, dass sie die erworbenen tokenisierten Aktien selbst verwalten und managen können. Dies bedeutet wesentlich mehr Selbstbestimmung, daraus erwächst allerdings auch deutlich mehr Verantwortung, wenn es um wichtige Anlageentscheidungen geht.