Wie lange braucht das Finanzamt für den Steuerbescheid?

Je nach Bundesland müssen Arbeitnehmer sehr unterschiedlich lange warten, bis in ihrem Briefkasten der Steuerbescheid liegt / Foto: © Sergey Novikov - stock.adobe.com

Auch wenn der Bau des neuen Hauptstadtflughafens gelinde mit Zeitverzögerungen zu kämpfen hat, heißt es nicht, dass in Berlin alles so langsam geht: Die Bürger der Hauptstadt erhalten früher als in allen anderen Bundesländern ihren Steuerbescheid. Ganz anders in NRW und in Bremen.

Behörden wird ja gemeinhin nachgesagt, dass sie nicht unbedingt das schnelle Arbeiten erfunden haben. Doch wie lange brauchen eigentlich die Finanzämter, um die Einkommenssteuererklärung zu bearbeiten? Dieser Frage ist nun der Bund der Steuerzahler (BdSt) nachgegangen. Ergebnis: Berliner erhielten im Schnitt nach 35 Tagen ihren Steuerbescheid. Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland wurde die Einkommenssteuerklärung unter 40 Tagen bearbeitet. Das Saarland zählt zu den Aufsteigern des Vergleichs, denn betrug die Durchlaufzeit früher 16 Tage mehr. Im völligen Gegensatz dazu stehen Nordrhein-Westfalen und Bremen, wo die Bearbeitung bis zu einem halben Jahr dauert.

Die deutlichen Unterschiede sorgen beim BdSt für Kopfschütteln. „Es ist nicht akzeptabel, dass Bürger unnötig lange auf ihre Steuerbescheide warten müssen. Denn viele erwarten eine Steuererstattung für die von ihnen bezahlten Steuern“, betont BdSt-Präsident Reiner Holznagel und fordert: „Es darf nicht vom Wohnort abhängen, wann die Bürger ihren Steuerbescheid erhalten.“ Trotz gleicher Computerprogramme benötigen die Finanzämter für die Bearbeitung der Steuererklärungen damit unterschiedlich lange. Der BdSt-Präsident stellt klar: „Die Finanzverwaltung verlangt von vielen Steuerzahlern bereits eine elektronische Steuererklärung. Jetzt müssen auch die Steuerzahler flächendeckend von der Digitalisierung im Finanzamt profitieren – etwa durch kürzere Bearbeitungszeiten!“ (ahu)

www.steuerzahler.de