Wie gut sind die LV- und PKV aufgestellt?

wie gut sind Lebensversicherungen und Private Krankenversicherungen für die Herausforderungen der Gegenwart aufgestellt? Das softair Rating gibt Antworten ©Romolo Tavani fotolia.com

Das Ratinghaus softfair analyse hat die neuen Jahrgänge ihrer LV- und PKV-Unternehmensratings veröffentlicht. Sechs Lebensversicherer und sechs Krankenversicherer erhielten die Höchstnote „Fünf Eulenaugen“.

Softair Analyse hat 68 Lebensversicherungsgesellschaften unter die Lupe genommen. Beim Rating wurden die Bereiche “Kapitalanlage”, “Sicherheit für die Zukunft”, Erfolg und Produkteffektivtität” sowie “Bestandsentwicklung betrachtet”; insgesamt 16 Kennzahlen.

Nachdem im letzten Jahr noch elf Versicherer die Höchstnote “hervorragend” und damit fünf Eulenaugen erhielten, waren es dieses Jahre nur sechs. Die geringere Anzahl an Top-bewerteten Unternehmen ist u.a. der angespannten Kapitalmarktsituation und einer damit einhergehenden insgesamt gesunkenen Nettoverzinsung geschuldet. Zwar konnten fast 40 Prozent der untersuchten Gesellschaften ihre Nettoverzinsung verbessern, was vor allem auf die Realisierung der Bewertungsreserven zurückzuführen ist. Dennoch lag die Kennzahl bei über der Hälfte der Unternehmen deutlich unter dem Vorjahreswert. Auch die prognostizierte Rendite zeigt eine rückläufige Tendenz. So wird den Gesellschaften prognostiziert, dass sie nur noch eine Rendite von 2,53 Prozent mit ihren Kapitalanlagen erwirtschaften können, nachdem es im Vorjahr noch 2,84 Prozent gewesen sind. Einer der Gründe dafür ist die Tatsache, dass Gesellschaften weniger freies Risikokapital zur Verfügung haben, welches sie in risikoreichere, aber deutlich ertragsstärkere Titel investieren können.

Beim Versicherungsbestand gemessen an den Beitragseinnahmen ist mit insgesamt 2,6 Prozent hingegen nur ein leichter Rückgang zu beobachten. Vier Gesellschaften wiesen sogar einen Bestandszuwachs um mehr als 20 Prozent auf.

Krankenversicherungen nach wie vor stabil

Bei den Krankenversicherungen wurden 30 Gesellschaften analysiert. Die drei Bewertungsbereiche waren hierbei “Sicherheit für die Zukunft, “Betriebswirtschaftlicher Erfolg aus Kundensicht” und “Bestandsentwicklung”.

Wie im Vorjahr erzielten auch dieses Mal sechs Versicherer die Bestnote. Insgesamt schnitten alle Unternehmen im Durchschnitt besser ab als 2015. So konnte die Mehrheit der analysierten Gesellschaft ihr Eigenkapital weiter stärken. Deshalb ist die Eigenkapitalquote um 0,4 Prozent angestiegen. Den Hauptgrund sehen die softfair Analysten in Solvency II, die eine ausreichende Eigenkapitalausstattung vorschreibt.

Die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung (RfB) ist zwar im Verhältnis zu den verdienten Beiträgen um fast drei Prozent gesunken. Sie beträgt jedoch weiterhin durchschnittlich über 40 Prozent und ist damit ein stabiler Sicherheitsfaktor für die Versicherten.

 Die aktuelle Niedrigzinsphase hat auch auf die Krankenversicherer Auswirkungen. So ist die Nettoverzinsung von 3,92 Prozent im Vorjahr auf 3,70 Prozent gesunken. Außerdem ist die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote um 1,2 Prozent zurückgegangen, bleibt aber mit rund 12 Prozent auf einem sehr guten Niveau. Sowohl das Nettokapitalanlageergebnis als auch das versicherungsgeschäftliche Ergebnis sind die Quellen für die Mittel, die den Kunden auf verschiedenen Wegen zurückfließen. Im Vergleich zum Vorjahr können somit die Versicherten bei der Mehrheit der Gesellschaften in geringerem Umfang an dem wirtschaftlichen Gesamterfolg ihrer Krankenkasse profitieren.

Einen leichten Anstieg gab es im Durchschnitt beim Versicherungsbestand gemessen an verdienten Beiträgen und Personen. So konnte nur eine Gesellschaft einen Bestandszuwachs an Beitragseinnahmen um mehr als 10 Prozent verzeichnen. Im Durschnitt leicht zurückgegangen ist, wie im Vorjahr, die Anzahl vollversicherter Personen. (ah)

alle Details zu den beide Ratings gibt es hier