Wie geht es nach Euro-Aufwertung weiter?

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In den vergangen Monaten hat der Euro deutlich aufgewertet. Viele Analysten und Investoren waren sowohl vom Tempo der Kursbewegung als auch von deren Ausmaß überrascht.

Wesentlich zur positiven Entwicklung hat der Sieg Emmanuel Macrons bei der französischen Präsidentschaftswahl beigetragen, durch den viel politische Ungewissheit verschwand. Zudem erwies sich die Wirtschaft in der Eurozone als robuster als erwartet, was der Gemeinschaftswährung ebenfalls zugutekam.

Zwar spricht der Renditevorteil von Anlagen in US-Dollar für den “Greenback”. Dennoch scheinen die Anleger diesem typischen Treiber für Wechselkursbewegungen derzeit weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Aufgrund des Ausmaßes der Kursbewegung vermutet die Deutsche Asset Management jedoch, dass eine unausgewogene Positionierung der Marktteilnehmer die Auswirkungen dieser Neubewertung verstärkt hat. Der unten stehende Chart verdeutlicht, dass Anleger viele Jahre den US-Dollar dem Euro vorzogen. Bei Betrachtung der Terminmarktdaten waren die Märkte für einen festeren US-Dollar positioniert. Jedoch wurden viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischt, als sich das fundamentale Umfeld in der Eurozone verbesserte und sich herausstellte, dass die neue Regierung in Washington die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnte. In der Folge kam es zu einer scharfen Repositionierung des Marktes, wodurch der Dollar gegenüber dem Euro auf den schwächsten Wert seit Anfang 2015 sank. Jedoch setzt der Markt erstmals seit 2014 wieder auf einen schwächeren Dollar, weshalb die Deutsche Asset Management nicht mit einer Fortsetzung des scharfen Kursverfalls rechnet und stattdessen Potenzial für eine Gegenbewegung sieht. (ahu)

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