Wie gefährlich sind die Turbulenzen an den Aktienmärkten?

Josh Feinman, Chief Global Economist bei DWS / Foto: © DWS

Aktuelle Konjunkturindikatoren deuten auf eine anhaltend robuste Entwicklung hin. Jedoch kommt es zugleich zu Verwerfungen an den Kapitalmärkten. Handelt es sich dabei nur um eine Rückkehr zu normaleren Zeiten, nach dem ungewöhnlich wenig volatilen Jahr 2017? Oder könnte die durch Kursrutsche ausgelöste Verschlechterung der finanziellen Rahmenbedingungen die Konjunktur aus der Bahn werfen? Diesen Fragen geht die DWS in ihrem aktuellen „Chart of the Week“ nach, und sieht sich dazu einen sogenannten „Financial Conditions Index“ an.

Bei einem Vergleich des Goldman Sachs Financial Conditions Index für die USA mit der Entwicklung des ISM Einkaufsmanagerindex fällt eine gewisse Korrelation auf. Die DWS räumt aber auch ein, dass sich die Stimmung in der Wirtschaft nicht ausschließlich an den Finanzmärkten orientiert, sodass sich diese Indikatoren auch nicht in einem perfekten Gleichauf befinden. „Es ist klar, dass die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen, wie sie in 2017 zu beobachten war, zu Ende gegangen ist“, betont Josh Feinman, Chief Global Economist der DWS. Die DWS gibt zwar zu bedenken, dass es nicht einfach sei, das Finanzmarktumfeld korrekt zu messen. Jedoch bedeute der aktuelle Stand des Goldman Sachs Financial Conditions Index, und vergleichbarer Indikatoren, derzeit noch keine unmittelbare Gefahr für die Konjunktur. Damit die Realwirtschaft Schaden nehmen würde, müsste es schon zu einer deutlichen Ausweitung der Risikoprämien auf Unternehmensanleihen oder zu stärkeren Rückgängen an den Aktienmärkten kommen, bevor die Realwirtschaft Schaden nehmen würde. Als dies Ende 2015 / Anfang 2016 der Fall war, fiel der Einkaufsmanagerindex tatsächlich unter 50, was auf eine abnehmende  Wirtschaftsaktivität hindeutet. Laut DWS ist ein solches Szenario derzeit aber noch in weiter Ferne. (ahu)