Wie entwickelt sich Mikro-Living langfristig?

Sie haben Ihr Geschäftsmodell im Wesentlichen auf Mikro-Living ausgerichtet,
das bedeutet, Sie halten das Segment für sehr lohnenswert. Inwiefern kann der
Kapitalanleger profitieren?

Kappe: Der Gesamtkaufpreis eines Mikro-Apartments ist aufgrund der geringeren Quadratmeterzahl attraktiv. Hinzu kommen die zumeist zentrale Lage und hohe Qualität der Ausstattung. Ein großer Pluspunkt ist aber auch, dass es sich oft um Neubauten oder gewerblich betriebene Objekte handelt, die bislang keinen Auflagen wie einer Mietpreisbindung oder dem Mietendeckel unterliegen. Außerdem können höhere Mieten erzielt werden als bei einer klassischen Mietwohnung und durch die meist geringeren Mietlaufzeiten lässt sich schneller auf aktuelle Marktentwicklungen reagieren.

Inwiefern?

Kappe: Umnutzungen oder Vermietungen an neue Zielgruppen lassen sich relativ kurzfristig umsetzen, ebenso wie ein Wiederverkauf, sowohl im bewohnten als auch im unbewohnten Zustand. Außerdem kann mit attraktiven Wertzuwächsen gerechnet werden – zumindest dann, wenn das Projekt auf einem sehr guten Standort-, Zielgruppen- und Betriebskonzept basiert.

Was sind die Erfolgsfaktoren für Mikro-Apartments?

Kappe: Das sind vor allem drei Faktoren: ein wert- und nachhaltiges Zielgruppenkonzept, eine verlässliche Verwaltung oder ein guter Servicebetrieb und vor allem eine passende
Standortwahl mit optimaler Infrastruktur. Im „Quartier Berliner Straße“ in Braunschweig
mit insgesamt 366 Wohneinheiten konnten wir als Entwickler z. B. die komplette Quartiersplanung und Infrastruktur bedarfsgerecht gestalten. Dabei haben wir unterschiedlichste Wohnformen mit gewerblichen Nutzungen und Serviced Apartments kombiniert. Es entstanden Mikro-Apartments, aber auch 2- bis 4-Zimmer-Mietwohnungen. Von den gesamten Wohneinheiten werden zudem 20 % als Sozialwohnung errichtet, die unsere strategische Unternehmensausrichtung, „bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen, optimal ergänzen.

Welche Mieten lassen sich im Bereich der Mikro-Apartments erzielen?

Kappe: Das hängt von Standort, Art und Größe des Apartments ab. Beim Student Living mit 15 bis 20 m² liegen die All-In Mieten für ein Apartment oft zwischen ca. 400 bis 700 Euro, bei höheren Standards entsprechend mehr. Durchschnittlich sind im reinen Mikro Segment Renditen etwa zwischen 4 und 7 % möglich.

Welche Standorte für diese Assetklasse in Frage kommen, lesen Sie auf Seite 3