Wie auch bAV-Vermögen geschützt werden können

Totalverlust bei Firmenvermögen und betrieblicher Altersvorsorge (bAV)

Kreative Vermittler schaffen es, für sich über 12% Provision zu sichern. Man nehme
eine betriebliche GmbH-Rückdeckung und überweise diese an eine Schweizer Bank.
Die Bank gibt dann noch mal das Doppelte an Kredit oben drauf (Hebelgeschäft) –
das ganze wird in einen angeblich insolvenzfesten Versicherungsmantel investiert.
Weniger bekannt dabei ist, dass dieser Insolvenzschutz nur im Privatvermögen greift
– und es mit der Schweiz internationale Insolvenzabkommen „über die
wechselseitige Gleichbehandlung von Gläubigern im Konkurs“ gibt. Es dauert zwar
erfahrungsgemäß ein paar Jahre, bis das Geld dann aus der Schweiz dem
deutschen Insolvenzverwalter zur Verfügung steht – aber es kommt dort auch
garantiert an. Hat das Bankgeheimnis hier eine Lücke?

Im betrieblichen Bereich lässt sich das bAV-Vermögen von Unternehmen nur über
ausländisches Gesellschaftsrecht (z.B. Stiftung, Genossenschaft, Trust) wirksam
schützen. Die Transaktionskosten (Einrichtung und Verwaltung p.a.) einer
liechtensteinischen Lebensversicherung liegen bei etwa 0,5% – ein Trust dürfte
doppelt so teuer sein. Während der Versicherungsmantel ab 50.000 Euro Einlage zu
haben ist, kommt ein Trust wegen seiner Fixkosten erst ab sechsstelligen Beträgen
in Frage.

Sogenannte CTA- bzw. Treuhandmodelle nach deutschem Recht, ein deutscher
Verein als „Pension Trust“ wären denkbare Lösungen, „so löchrig wie Schweizer
Käse“.

bAV außerhalb des Betriebsrentengesetzes

Wenn Unternehmen Betriebsrentensysteme neu einführen wollen, können sie indes
jeder eigenen Haftung entgehen, ohne einen der üblichen Durchführungswege
einzuschlagen. Dazu ist die Zusage durch eine Stiftung zu erteilen, die eine
ausreichende Berührung mit dem Arbeitgeber hat. Geeignete Modelle werden
beispielweise von der Carta Mensch Stiftung entwickelt und angeboten.
Der Arbeitgeber leistet an die Stiftung nur Zuwendungen, erteilt aber selbst keine
eigene Zusage. Für mittelständische Betriebe bis etwa 100 Mitarbeiter stehen hier
Stiftungen bzw. Unterstiftungen von der Stange preiswert zur Verfügung – für
größere ist eine fallweise Konzeption erforderlich. Da es sich hierbei um eine
Betriebsrente außerhalb des Betriebsrentengesetzes handelt, bestehen wesentlich
mehr Freiheiten in der Gestaltung z.B. auch der Verfallbarkeitsregelungen. Jedwede
Bilanzberührung beim Arbeitgeber – bis auf die geleisteten Stiftungszuwendungen –
entfällt. Damit ist auch das Insolvenzrisiko kein Thema mehr. Nebenbei sind auch
keine Beiträge an den Pensionssicherungsverein abzuführen.

Gastbeitrag von  RA Johannes Fiala und
Dipl.-Math. Peter A. Schramm, Sachverständiger für Versicherungsmathematik