Wie auch bAV-Vermögen geschützt werden können

Totalverlust durch Vermögensverwalter

Cash-Konto und Depot werden üblicherweise durch einen Vermögensverwalter
gemanagt. In der Schweiz, aber auch in Deutschland, werden sogenannte
Retrozessionen (Kick-Backs) hart bestraft: Die Bank berechnet hohe Gebühren, und
gibt einen Teil davon „hinten herum“, ohne Wissen des Kunden, zusätzlich an den
Vermögenverwalter weiter. Der Jurist kann dann von Betrug bzw. Untreue ausgehen.
Die Bonität des Vermögensverwalters sollte der Kunde vor einer Beauftragung
professionell überprüfen lassen. Für kriminelles Verhalten des Vermögensverwalters
steht dessen Vermögenschadenversicherung kaum ein.

Legal und vom Anleger unbemerkt können Versicherer und Vermögensverwalter
solche Kick-Backs aus den Depoteinlagen bei Versicherungsmänteln jedoch
erhalten, weil das Depot offiziell dem Versicherer gehört. Sie können sich also an
hohen Kosten des Depots bereichern, ohne dass der Anleger dies bemerkt, und
diesem vorab nur eigene geringe Kosten berechnen.

Der Vermögensverwalter kann jedoch auch selbst Wertpapiere auflegen (sogenannte
„pre IPO´s), und diese wirtschaftlich wertlosen Papiere für den Kunden ins Depot
kaufen. Später sagt dann der Anwalt „Herr Mandant, nein nein, Ihr Geld ist nicht weg
– es hat halt nur ein anderer“.

Nicht jeder Versicherer führt zeitnah eine Schattenbuchhaltung, mit welcher dann der
Vermögensverwalter zeitnah überwacht werden kann. Künftige Schadensfälle
werden hier sicherlich die Anbieter von Versicherungsmänteln motivieren,
entsprechenden Diskussionen von vorne herein wirksam aus dem Wege zu gehen,
vor allem wenn die persönliche Haftung des Vorstandes berührt wird.

Totalverlust durch Versicherungsmitarbeiter

Zum Konstrukt der Kapitalanlage bei einer liechtensteinischen Versicherung gehört,
dass Konto- und Depotinhaber die Versicherungsgesellschaft ist. Nur sie kann, etwa
wenn der Kunde den Versicherungsvertrag kündigt, das Bankvermögen auflösen
lassen, um es an den Kunden zurück zu bezahlen.

Im Hause der Versicherer gilt das 4-Augen-Prinzip, so dass regelmäßig zwei
Unterschriften aus dem Hause des Versicherers nötig sind, das Geld zu überweisen.
Wenn sich jedoch zwei kriminelle Personen – oder ein Ahnungsloser – dort finden,
dann kann es wie bei anderen Kapitalanlageschäden zu Veruntreuungen kommen:
Ein wirksamer Schutz wäre hiergegen die selten eingesetzte Verpfändung. Auch
dabei sind rechtliche Besonderheiten zu beachten, damit derartige Pfandrechte
wirksam sind. In schöner Regelmäßigkeit werden vom Vertrieb selbsterstellte
wirkungslose Verpfändungsformulare vorgelegt. Hier muss dann oft erst der
Berufsjurist für die nötige Rechtssicherheit sorgen.

Was bei einem Totalverlust bei Firmenvermögen und bAV passiert, lesen Sie auf Seite 3