Werden Versicherungen langfristig teurer?

Auch wenn die typischen Online-Verfahren bislang ein Schattendasein führen, könnte diese langfristig deutlich verbreiteter sein, wenn es darum geht, Versicherungsbeiträge zu bezahlen: So korreliert der Wunsch nach typischen Online-Verfahren mit der Online-Affinität und dem Alter der Benutzer: Je jünger die Benutzer sind, desto mehr wollen sie so ihre Versicherungsbeiträge bezahlen. „In diesem Kontext sollten Versicherungsunternehmen sich mittelfristig überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, einige der Online-Bezahlverfahren für ausgewählte Produkte anzubieten. Dabei sollten die Versicherer neben der Erhöhung der Conversion Rate durch die neuen Bezahlverfahren auch die Kosten – direkt und indirekt – sowie die Risiken dieser Verfahren mit in ihre Überlegungen einbeziehen“, erläutert Dr. Georg Wittmann von ibi research.

Lastschrift auf dem Rückzug

Dass die klassischen Bezahlmethoden längerfristig an Bedeutung verlieren könnte, zeigt auch die aus der Studie hervorgehende Beobachtung, dass jüngere Kunden der Lastschrift tendenziell den Rücken kehrt. So wünschen von den Befragten zwischen 18 und 25 Jahren 10 Prozentpunkte weniger Rechnung bzw. Lastschrift als der Durchschnitt aller Befragten. Diese Beobachtung gilt auch unabhängig von den Zahlungsrhythmen. Wenn man das Verhältnis von 1:2,5 für Rechnungs- und Lastschriftzahlungen unterstellt, bedeutet das, dass lediglich zwischen 45 und knapp 60 % der unter 25-Jährigen noch Lastschrift bevorzugen. Dasselbe gilt auch für das Exkasso. So setzen nur 67 % der 18 bis 25-jährigen hier auf die Überweisung auf das eigene Bankkonto.

Die Autoren der Studie raten den Versicherungen, diese Entwicklung nicht zu unterschätzen, auch wenn die Auswirkungen bislang noch keine Auswirkungen auf die Kostensituation haben. So könnte das veränderte Zahlungsverhalten zu deutlich höheren Abwicklungskosten führen, da die Online-Bezahlverfahren kostenintensiver sind als die klassischen Bezahlmethoden. Jedoch ist nur eine Minderheit der Versicherten bereit, diese Kosten zu tragen: So gaben 22 % aller Befragten an, bei einem „etwas teureren“ Anbieter eine Police abzuschließen, wenn sie dort mit ihrem bevorzugten Verfahren zahlen könnten. Bei den online-affinen Kunden waren immerhin 27 %. Das bedeutet aber auch, dass ca. zwei Drittel der Versicherer nicht bereit sind, für ihr bevorzugtes Bezahlverfahren mehr Geld für die Police zu zahlen. Bei den offline-affinen Kunden waren sogar nur 10 % dazu bereit. (ahu)

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