Wer schreibt, der bleibt – Paperworld 2016

Trotz Digitalisierung gibt es in der Finanzwelt edle Schreibprodukte und Lösungen in praktischem Design für eine analoge Beratung oder die Bedarfsskizzierung. Das ist im Vertrieb ein Retro-Trend.

2016-02-10 (fw/db) Die drei internationalen Konsumgütermessen Paperworld, Creativeworld und die Christmasworld in Frankfurt am Main endeten für 2.873 Aussteller aus 67 Ländern mit gut gefüllten Auftragsbüchern. Von edlen Schreibgeräten, hochwertigen Notizbüchern bis hin zu Verpackungen und Grußkarten im Design der Zukunft, 83.000 nationale und internationale Fachhändler orderten kräftig.

Paperworld 2016 – die Fachmesse für Schreibkultur

Auf der Paperworld präsentierten vergangene Woche 1.608 Aussteller aus 59 Ländern ihre neusten und traditionellen Lösungen. 261 Aussteller kamen aus Deutschland und 1.347 aus dem Ausland. Die Zahl der Besucher sank um zehn Prozent von 39.278 auf 36.733. Die stärksten Besucherländer waren Italien, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Polen, die Türkei, Spanien, die USA sowie Griechenland. Besonders viele neue Besucher kamen aus der Türkei, der Ukraine, aus Kolumbien und Argentinien sowie aus dem Iran.

Viele Paperworld-Aussteller sind auch 2017 dabei

Die Erreichung der Messebeteiligungsziele liegt laut Befragung einen Prozent höher als 2015, die Gesamtbeurteilung des Messebesuchs sogar vier Prozent über dem Vorjahresergebnis. Die hohe Zufriedenheit der Hersteller, die sich hier präsentiert, spiegelt sich auch in ihrem Vorhaben wider, ihre neuen Produkte auf der Paperworld 2017 vom 28. bis 31. Januar 2017 in Frankfurt am Main vorzustellen.

„Die sehr positive Atmosphäre in den Gesprächen tut gut, die Kunden, egal ob national oder international, sind positiv gestimmt“, so Alexandra Batsch, Geschäftsführerin der ONLINE Schreibgeräte GmbH.

Awards und die Preisträger der Paperworld 2016

Mit der Auszeichnung Branchengesicht des Jahres wurde Cordula Adamek, Geschäftsführerin Kaut-Bullinger Büro-Systemhaus geehrt. Den Insider Award erhielt für die Handelsaktion „Pop-up StoreBeate Oetzel. Die sächsische Schmaus GmbH wurde zum Fachhändler des Jahres gekürt.

Innovationen wurden präsentiert

Innovative PBS-Ideen in besonders hoher Dichte konnten die Besucher im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Areal für junge Unternehmen kennenlernen. Hier stellten 17 Jungunternehmer aus, darunter Manaomea. Das Start-up präsentierte eine Innovation: Ihre Bleistifte bestehen nicht aus Holz sondern aus Naturfasern und Biopolymeren. Eine eigens patentierte Produktionstechnologie für die Herstellung dieser Textilbleistifte macht eine ressourcenschonende Herstellung möglich und schont die Umwelt.

Das Thema Nachhaltigkeit wird ebenso von den großen Markenherstellern intensiv verfolgt. So präsentierte die Papierexperten von Lediberg eine umweltfreundliche Produktneuheit.

„Wir stellen auf der diesjährigen Paperworld die Produktserie Appeel vor. Es handelt sich um Notizbücher, deren Papier und Cover zu einem großen Anteil aus Apfelkunstfasern bestehen. Wir nutzen hierzu Apfelreste, die normalerweise ein Abfallprodukte sind und nicht mehr verwendet werden“, so Thomas Hertranft, Managing Director Lediberg GmbH.                                                                                  

Nicht nur Hersteller fokussieren auf neue und innovative Produkte. Auch der Einzelhandel sucht nach neuen Sortimenten, um sich für die Zukunft gut aufzustellen.

„Der Markt für Papier, Bürobedarf und Schreibwaren verzeichnet einen leichten Umsatzrückgang. Dies haben Hersteller und Handel erkannt. Es ist deshalb Bewegung in den Handel gekommen. Fachhändler experimentieren mit neuen Konzepten und Sortimenten, um die Frequenz zu stärken. Sie investieren in neue Ladengestaltung und -architektur, es ist ein positiver Wandel zu spüren“, sagt Claudio Schaad, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Artoz Papier AG.

Fachhandel nicht nur im digitalen Wandel

Für den Fachhandel ist es im digitalen Zeitalter besonders wichtig, sich für das neue Geschäftsjahr aufzustellen und an Attraktivität zu gewinnen.

„Was unsere Branche braucht, sind motivierte, begeisterungsfähige Mitarbeiter. Außerdem gilt es, das Online-Geschäft mit dem stationären Handel zu verbinden. Beides betrachten wir nicht als Problem, sondern als Ansporn“, sagt Thomas Körber, Geschäftsführer der Körbel Service GmbH.

In der Sonderschau „Mr. Books and Mrs. Paper“ präsentierte die Kuratorin Angelika Niestrath zwölf unterschiedliche Lieblingsplätze, die Anregungen gaben, wie der Verkaufsraum mit Stammsortiment und zusätzlichen neuen Umsatzbringern gestaltet werden kann. Die an der Sonderschau besonders interessierten Besucher kamen überwiegend aus dem Buchhandel.

Bei der Live-Vorführung „Let´s wrap!“ erlebten die Besucher schließlich wie Produkte einfach, schön und schnell verpackt werden können. Je schöner und trickreicher die Geschenkverpackung aussieht, desto wertvoller erscheint das Geschenk – ganz unabhängig von Inhalt und Größe.

Dietmar Braun