Wenn’s um Geld geht: Berater

Auch in digitalen Zeiten spielt die persönliche Beratung eine große Rolle / Foto: © contrastwerkstatt-fotolia.com

Auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung ist der Finanzberater nach wie vor gefragt, denn das Thema ist den meisten Deutschen zu komplex, um es rein der Technik zu überlassen. Diese bietet vielmehr Ergänzung und Hilfestellung. Außerdem ist das Thema Geldanlage kein Dauerthema für die Deutschen.

Bei Finanzgeschäften setzen die Deutschen auf professionelle Unterstützung. So gaben in einer Umfrage der Hamburger Sutor Bank in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut explora 41 % der Befragten an, dass sie sich vor einem Investment bei ihrem Finanz- oder Bankberater informieren und anschließend den Kauf oder Verkauf abschließen. Die Umfrage zeigt auch eine hohe Zufriedenheit der Bundesbürger mit ihren Anlageberatern. Die Bewertung der Beratung durch die Kunden lag im Schnitt bei 4,32 (1= sehr unzufrieden, 6 = sehr zufrieden). Jedoch haben 38 % der Befragten noch nie einen Finanz- oder Bankberater zu Rate gezogen.

Digitale Beratung ergänzt menschliche

Es kann wahrlich nicht behauptet werden, dass die Digitalisierung den Bankberater überflüssig macht. So gaben wie oben bereits erwähnt 41 % der Befragten an, vor jeder Transaktion einen Experten zu befragen. Nur 23 % verzichten auf menschliche Beratung und setzen stattdessen auf Informationen aus dem Internet. Das Internet ist für viele Kunden eher ein Ergänzung, denn 37 % der Befragen gaben an, ihre Finanzgeschäfte sowohl mit Hilfe eines Beraters als auch eigenständig über das Internet zu erledigen.

Lutz Neumann, Leiter Vermögensberatung der Sutor Bank, geht davon aus, dass die digitalen Angebote auch in Zukunft den Berater nicht vollständig verdrängen werden. „Die Nutzung von Online-Angeboten rund um die Geldanlage dürfte in den kommenden Jahren immer selbstverständlicher werden. Doch auch in Zukunft werden Anleger mit komplexen Fragestellungen konfrontiert sein, zum Beispiel wenn Immobilien oder eine Firma ins Spiel kommen. In diesen Fällen ist eine persönliche Beratung unerlässlich.“ Dies hänge besonders mit der Komplexitität des Themas zusammen. So beruhten Online-Angebote in der Regel auf einer einfachen Kategorisierung des Anlegers anhand eines überschaubaren Fragenkatalogs zu den Sparzielen. Damit könne allerdings keine fundierte Risikoanalyse betrieben werden, bei der die familiäre und berufliche Situation sowie andere persönliche Besonderheiten im Detail berücksichtigt werden. „Ein Vermögensberater kann im ausführlichen Gespräch auf Risiken und auch steuerliche Fallstricke hinweisen, die von Anlegern leicht übersehen werden“, erklärt Neumann.

Eigenes Vermögen kein Dauerthema

Die Umfrage offenbart auch, dass die Deutschen offenbar ein sehr unbesorgtes Verhältnis zu ihrem Geld haben. Zwar beschäftigt sich jeder Zehnte täglich mit einer Geldanlage und 11 % immerhin jede Woche. Für jeden Fünften sind Investitionen einmal pro Monat Thema. Jedoch gaben 41 % an, sich nur quartalsweise, halbjährlich oder einmal pro Jahr mit der Vermögensanlage zu befassen. Für 17 % steht das Thema Geldanlage nie auf der Tagesordnung.

Finanzberater als Informationsquelle

Die Finanzberater spielen nicht nur beim Produktabschluss, sondern auch bei der Information nach wie vor eine wichtige Rolle. So gaben 46 % der Befragten an, Informationen über neue Produkte auf dem Markt von ihrem Finanzberater einzuholen. Nur 3 Prozentpunkte weniger nutzen Zeitungen und Zeitschriften, um sich über das Thema zu informieren. Weitere relevante Informationsquellen sin Online-Seiten von Banken (34 %) und Online-Vergleichsportale (28 %). Immerhin 26 % holen sich beim Thema Finanzen Ratschläge bei ihren Freunden. Auch wenn die Finanz- und Bankberater die am häufigsten genutzte Informationsquelle sind, wird ihnen weniger Glaubwürdigkeit zugestanden als Zeitungen und Zeitschriften sowie Online-Foren. Möglicherweise weil diesen Quellen, im Gegensatz zu Beratern, nicht unterstellt werden kann, aus Eigeninteresse ein bestimmtes Produkt verkaufen zu wollen. (ahu)

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