Wenn Schulden in Ordnung sind

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Laut Schuldneratlas 2022 sind in etwa 5,88 Mio. Bürger in Deutschland überschuldet und innerhalb der letzten 12 Monate haben Google-Suchanfragen nach „Schulden schnell abbauen“ um ganze 180 % zugenommen (Stand 10.01.2023). Doch wissen die Deutschen genug über wichtige Finanzthemen und woher kommt deren Wissen?

Das wollte die Lowell Gruppe herausfinden und hat repräsentativ 2,000 deutsche Bürger ab 18 Jahren zu ihrer finanziellen Bildung befragt (OnePoll, 10/2022) . Die Ergebnisse zeigen, dass 70 % der Befragten ihr Wissen als ausreichend einschätzt. Auffällig ist, dass die 18-24-Jährigen durch Nutzen von sogenannten Buy-Now-Pay-Later-Zahlungsmethoden (BNPL), Schulden unbekümmert aufnehmen.   

Finanzbildung der jungen Deutschen

Ganze 83 % der 18-24 jährigen fühlen sich besonders sicher im Umgang mit Geld, auch die eigene Schulbildung zum Thema Finanzen wird von 34 % in dieser Altersgruppe gut eingeschätzt. Zur Weiterbildung werden in 67 % der Fälle Kanäle in den sozialen Medien hinzugezogen, dennoch würden nur 22 % Finanzapps nutzen wollen, dabei erklären Apps wie Fabit solche Themen verständlich und zuverlässig.

Obwohl die Befragten in dieser Altersklasse mehrheitlich zufrieden mit ihrem Finanzwissen sind, fehlen Ihnen wichtige Begriffe, wie was die Schufa ist. Insgesamt 64 % wissen dies nicht. Schufa prüft deren Bonität, sollte man mal einen Kredit bei der Bank beantragen.
63 % wissen nicht, wie Darlehen funktionieren, weshalb es wohl noch beunruhigender ist, dass die BNPL-Zahlungen, neben den üblichen Zahlungsmitteln eines der beliebtesten ist.

Nutzung von BNPL

Die Umfrage zeigt, dass unter allen Befragten nur 36 % verstehen, was Buy-Now-Pay-Later ist, dennoch würden ein Viertel von ihnen es trotzdem nutzen, würde die Möglichkeit bestehen. Auch für größere, nicht unbedingt notwendige Käufe, würden 21 % bedenkenlos die BNPL-Option wählen. Im Gegensatz dazu würden weniger als die Hälfte (49 %) den Kauf aufschieben, um die Aufnahme von Schulden zu vermeiden.

27 % der 18-24-Jährigen geben an, dass, wenn die Möglichkeit bestehe, sie die BNPL-Option nutzen würden. Weitere 21 % geben an, dass sie prinzipiell eine solche Zahlungsmethode wählen würden, doch vorher prüfen, dass sie in den kommenden Monaten ausreichend Geld übrig haben für die Raten. Unter den über 55-Jährigen würden im Vergleich nur 16 % von dieser Zahlungsmethode Gebrauch machen.

Jens Kellersmann, Pressesprecher der Lowell Gruppe in der DACH-Region, kommentiert die Umfrageergebnisse: „Die Umfrage zeigt, wie sorglos besonders die jüngere Generation mit Konsumschulden umgeht. Die Ratenzahlungen, wie bei dem BNPL-Prinzip, können sich schnell anhäufen und man verliert leicht den Überblick. Auch Trends auf den sozialen Medien, in denen junge Menschen regelrecht mit Ihren Schulden protzen, sind ein Grund zu Sorge. In der Tat sind Schulden etwas ganz Normales, dennoch ist es nicht ratsam, sich ohne ausreichende Auskunft in eine solche Situation zu begeben.“ (ml)