Wenn die Inflation mit aller Macht zuschlägt

Guido vom Schemm, Geschäftsführer GVS Financial Solutions GmbH / Foto: © GVS

Zuletzt überraschten die Inflationsraten weltweit durch ihre Schwäche. Dies ist verwunderlich, da hinlänglich bekannt ist, dass die Notenbanken seit Jahren massiv Geld per Knopfdruck erzeugen. Durch die signifikant steigende Geldmenge müsste es also zwangsläufig zur Geldentwertung kommen. Doch wo bleibt die Inflation?

Bei den Vermögenspreisen wie Aktien oder Immobilien sind die zweistelligen Preisanstiege schon seit Jahren zu beobachten. So haben sich die Immobilienpreise beispielsweise in deutschen Großstädten wie München, Frankfurt, Berlin oder Köln seit der Finanzkrise verdoppelt. Auch zahlreiche Aktienindizes wie der DAX oder der Dow Jones markierten 2017 ein neues Allzeithoch. Die Verbraucherpreise verharren jedoch auf sehr niedrigem Niveau. Die Inflation in der Eurozone liegt aktuell mit 1,3 Prozent weit entfernt vom Inflationsziel der EZB, welches zwei Prozent beträgt. Somit stellt sich die spannende Frage, wann die Verbraucherpreisinflation bei der seit Jahren anhaltenden Gelddruckorgie endlich anfängt zu galoppieren.

Vor zweieinhalb Jahren hat die EZB damit begonnen, massiv Staatsanleihen aufzukaufen. Das sollte die Wirtschaft vor allem in Südeuropa ankurbeln und die Inflation auf die  Zielmarke von zwei Prozent hieven. Doch obwohl die Eurozone heute wirtschaftlich sehr viel stabiler ist, viele Krisenstaaten sich auch ein Stück weit erholt haben, ist das Preisniveau noch immer nicht da, wo es EZB-Chef Draghi haben will.

weiter auf Seite 2