Wem droht Altersarmut?

Das DIA hat untersucht, über welchen Personengruppen das Damoklesschwert der Altersarmut schwebt / Foto: © pholidito-fotolia.com

Bildung, Liebe, Wohneigentum und der Dienst für den Staat sind die besten Mittel gegen Altersarmut. Das geht aus der aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) hervor, wonach ein pensioniertes Akademikerehepaar im Eigenheim das geringste Risiko hat, von Altersarmut betroffen zu sein. Ausländische, alleinlebende Mieter ohne Bildungsabschluss sind dagegen am häufigsten von Altersarmut betroffen.

Seit geraumer Zeit vermelden die Medien ständig, dass vielen Deutschen im Alter Armut drohe. Doch wer ist tatsächlich davon betroffen? Dieser Frage ist das DIA in der Studie “Altersarmut – heute und in der Zukunft” nachgegangen. Dabei untersuchte das Berliner Institut Haushaltsmerkmale, die mit einem hohen Armutsrisiko einhergehen. Hierzu wurde zum einen die relative Armut  (weniger als 60 % des Medianeinkommens), zum anderen die absolute Armut (Bezug von Grundsicherung) gemessen. Von beiden Armutsformen sind in Deutschland lebende Nicht-EU-Bürger häufiger betroffen. So sind die drei Mal häufiger als der Durchschnitt von relativer, und sogar elfmal häufiger von absoluter Armut bedroht. Das Einkommen armer Nicht-EU-Ausländer weicht erheblich von der Armutsschwelle nach unten ab als bei anderen Armen. Doch nicht nur die Staatsbürgerschaft, sondern auch die Lebenssituation beeinflussen das Armutsrisiko. So sorgen die Eigenschaften “Mieter”, “alleinlebend” und “kein Bildungsabschluss” für ein in etwa doppelt so hohes Risiko von relativer bzw. absoluter Armut wie der Durchschnitt.

Wer einst für Vater Staat gearbeitet hat, muss sich nur wenig Sorgen um seine finanzielle Situation im Alter machen. So ist das Armutsrisiko bei Pensionäre sowohl relativ als auch absolut verschwindend gering und liegt bei maximal 1 %. Auch bestätigt die Studie, dass ein Eigenheim eine gute Versicherung für den Lebensabend ist. So haben Wohneigentümer ein nur 5 %iges Risiko für relative Armut. Das Risiko, dass Eigenheimbesitzer absolut arm werden, ist nicht vorhanden. Das Risiko bei Paaren sowie bei bestandener Hochschulreife oder absolviertem Hochschulabschluss ist zwar höher, aber immer noch klar unterdurchschnittlich.

Ein durchaus bemerkenswertes Ergebnis der Untersuchung ist, dass unter 69-jährige ein höheres Armutsrisiko als Ältere haben. Den Autoren der Studie zufolge ist das ein möglicher Frühindikator zunehmender Altersarmut, denn gerade die Gruppe der unter 69-jährigen bezieht am ehesten noch ein Erwerbseinkommen neben den Ruhestandsbezügen.

Weit weniger überraschen dürfte, dass das relative Armutsrisiko in den neuen Bundesländern höher als in den alten. Jedoch beziehen in Westdeutschland fast doppelt so viele Menschen Grundsicherung wie im Osten. Das lässt sich darauf zurückführen, dass westdeutsche Senioren im Durchschnitt weiter unter der Armutsschwelle liegen als ihre ostdeutschen Mitbürger und deshalb früher einen Anspruch auf Grundsicherung haben. (ahu)

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