Welchen Stellenwert hat Gesundheit in der Arbeitswelt?

Dr. Volker Hansen, Leiter der Abteilung Soziale Sicherung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Anette Kramme, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales und Moderator Peter Thelen vom Handelsblatt (v.li. n. re.). Foto: © Die Schwenninger

Mit dieser Frage beschäftigte sich heute die Veranstaltung „Gesundheit zum Frühstück“ bei der Schwenninger Krankenkasse. Dabei wurde auch Kritik an der Politik geübt.

Das Versicherungsentlastungsgesetz wird in Zeiten von Fachkräftemangel, zunehmender Arbeitsverdichtung und Digitalisierung die paritätische Finanzierung der Krankenkassenbeiträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder herstellen. Welchen Stellenwert Gesundheit in der Arbeitswelt hat, darüber diskutierten heute Anette Kramme, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, und Dr. Volker Hansen, Leiter der Abteilung Soziale Sicherung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, im Rahmen der Veranstaltung Gesundheit zum Frühstück der Schwenninger Krankenkasse in Berlin.

Für Anette Kramme, sind die Rahmenbedingungen für gesundes Arbeiten entscheidend: „Wir wollen, dass die Menschen gesund und motiviert bis zur Rente arbeiten können. Dies bestmöglich zu gewährleisten, ist soziale Verpflichtung und zugleich wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Gestaltung menschengerechter Arbeitsbedingungen bleibt daher zentrales Anliegen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt die Betriebe dabei, Arbeit sicher, gesund und innovationsförderlich zu gestalten. Dies geschieht insbesondere über die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie und mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit.“

Dr. Volker Hansen hingegen sieht in der aktuellen Gesundheitspolitik keine guten Voraussetzungen für die Arbeitswelt der Zukunft: „Die Gesundheitspolitik der Bundesregierung ist von gestern, völlig ungeeignet für die Welt von morgen! Die Parität beim Zusatzbeitrag schwächt den Kassenwettbewerb und treibt die Arbeitskosten weiter in die Höhe. Die Pflicht zur Finanzierung zusätzlicher Stellen in der Altenpflege ist Verschiebebahnhof pur zu Lasten der Krankenkassen. Höhere Festzuschüsse beim Zahnersatz kosten nicht nur viel Geld, sondern verringern ein weiteres Mal die Eigenverantwortung.“

Siegfried Gänsler, Vorsitzender des Vorstandes der Schwenninger Krankenkasse, betont, dass es für erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention mehr braucht: „Als Krankenkasse spielen wir eine wichtige Rolle bei der Koordination, der Entwicklung und dem Angebot präventiver Maßnahmen. Doch wir Krankenkassen können das nicht alleine stemmen! Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die alle Lebensphasen und Lebenswelten durchdringen muss. Dafür braucht es die Kitas, die Schulen und vor allem die Betriebe. Der Wert von Gesundheit, die Bedeutung und der Sinn von Prävention muss von Kindesbeinen an vermittelt und auch in der Arbeitswelt nachhaltig gelebt werden. Die Politik muss also auch die anderen gesellschaftlichen Akteure stärker in die Pflicht nehmen.“ (ahu)

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