Welche Überraschungen drohen 2018?

Ib Fredslund Madsen, Chefstratege Jyske-Bank-Gruppe / Foto: © Jyske-Bank

2018 dürfte ein zweigeteiltes Wirtschaftsjahr werden: „Im ersten Teil könnten die Kurse weiter steigen, im zweiten Teil jedoch die Risiken zunehmen. Dabei müssen die beiden Teile nicht zwangsläufig gleich groß sein”, gibt Ib Fredslund Madsen, Chefstratege der dänischen Jyske Bank Gruppe, zu bedenken. Unter dem Strich sollten Anleger 2018 wachsam sein. „Für den Aktienmarkt beispielsweise wird sich das Jahr 2018 nicht so einfach gestalten wie 2017. Anleger sollten zudem mit Überraschungen rechnen. Dazu würden wir ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump oder den Kollaps des Bitcoin-Markts zählen. Diese Überraschungen liegen zwar außerhalb unseres Hauptszenarios, sind aber nicht so unwahrscheinlich”, sagt Madsen.

„Unser Hauptszenario ist ein zweigeteiltes Jahr 2018, das sich in zwei nicht zwangsläufig gleich große Abschnitte teilen lässt, wobei der erste Teil durch weitere Kursanstiege gekennzeichnet ist, die Risiken im zweiten Teil 2018 jedoch zunehmen”, erwartet Ib Fredslund Madsen, Chefstratege der Jyske Bank Gruppe. Diese Prognose basiert unter anderem auf vier Erwartungen: stabile Wachstumssteigerungen und Erhöhung der Unternehmenserträge, eine geringfügig zunehmende Inflation, weiterhin die Märkte stützende Zentralbanken (trotz der strafferen Geldpolitik in den USA) und den generell erfreulichen Aufwärtstrend auf den Aktienmärkten. Anleger sollten laut Madsen 2018 jedoch insbesondere auf die folgenden sechs Risiken achten:

  1. Anzeichen für ein Abflachen des amerikanischen Wachstums (unsere Ökonomen haben eine Nicht-Konsensprognose für eine leichte Rezession in den USA im Jahr 2019 erstellt).
  2. Beschleunigung des Anstiegs von Löhnen und Gehältern in den USA, was sich nachteilig auf die Gewinne von Unternehmen auswirkt.
  3. Abflachen des Wirtschaftswachstums in China, da die Reformen im Land das Kreditwachstum bremsen.
  4. Geopolitische Risiken des US-Protektionismus, die von Euroskeptikern geprägte Wahl in Italien im Frühjahr 2018 sowie Nordkorea.
  5. Steigende Preise und/oder steigende Inflation, die die US-Notenbank schneller als erwartet zu einer strafferen Geldpolitik veranlassen.
  6. Zunehmende Insolvenzfälle bei Unternehmen mit niedrigem Rating.

Neben den genannten Faktoren sollten Anleger im kommenden Jahr auch mit Überraschungen rechnen, so unwahrscheinlich sie aktuell klingen mögen. „Unsere ‚Überraschungen‘ liegen zwar außerhalb des Hauptszenarios, sind aber nicht so unwahrscheinlich”, erklärt Madsen mit Blick auf das im Januar anstehende 1-jährige Amtsjubiläum des amerikanischen Präsidenten, den Bitcoin-Markt und die Inflation.

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