Wechselbad der Gefühle

Achthundert Dax-Punkte Schwankung innerhalb von 24 Stunden, um danach dann quasi unverändert in das Landtags-Wahlwochenende zu gehen: Um diese Entwicklung stressfrei zu verkraften, brauchte es gute Nerven.

Auslöser war das umstrittene große geldpolitische Paket der EZB, das zum einen in der Dimension überraschte, zum anderen viele Investoren mutmaßen lässt, dass dieses Maßnahmenpaket nun der letzte große Schluck aus der Geld-Pulle gewesen sein könnte.
Die verzögerte positive Reaktion der Märkte wurde in Deutschland auch nicht durch die erwartbaren unklaren Wahlergebnisse getrübt, welche die bestehenden Regierungskoalitionen in den drei Bundesländern unmöglich machen. Auch die Warnung eines bekannten Volkswirtschaftlers, der für diesen Fall einen Aktiencrash prophezeit hatte, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Der Dax schwankt nun um die psychologisch vielbeachtete Marke von 10.000 Dax-Punkten und wird wohl zunächst in eine Seitwärtstendenz münden.

Voraussetzung dafür ist, dass die US-Zentralbank Fed heute Abend keine allzu überraschenden Signale sendet. Ein Zinsschritt dürfte nicht erfolgen. Beruhigend wäre es jedoch, wenn die Grundtendenz des Leitzinserhöhungsmodus bestätigt würde, was eine robuste Konjunkturentwicklung anzeigen dürfte. Natürlich ist die globale Weltkonjunktur vielerlei Belastungen ausgesetzt. Die grassierenden Ängste vor einer massiven Weltrezession sind jedoch stark übertrieben. Eine Beruhigung in dieser Hinsicht könnte den schlechtesten Start in ein Aktienjahr seit Jahrzehnten vergessen machen.

Autor: Michael Beck,
Leiter Asset Management Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG