Was tun, wenn die Bank Strafzinsen verlangt?

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Was tun Sparer, wenn Ihre Bank Strafzinsen auf ihr Guthaben verlangt? Dies wollte der Berliner Online-Finanzmarktplatz Savedo wissen, nachdem die erste Bank in Deutschland diesen Schritt gegangen. Die von der GfK durchgeführte Umfrage liefert erstaunliche Ergebnisse.

Vor kurzem wurde das beschauliche Gmund am Tegernsee der ganzen Nation ein Begriff: die dortige Raiffeisenbank berechnet seit diesem Monat Privatkunden mit über 100.000 Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten einen Strafzins von 0,4 Prozent. Mit dieser, als “Verwahr-Entgelt” bezeichneten, Maßnahme reicht die Bank die Kosten an die Kunden weiter, die sie selbst an die EZB zahlen muss, wenn sie dort Geld zwischenparkt. Zwar wurden als Folge der aktuellen Niedrigzinspolitik bereits zuvor bei manchen Banken und Sparkassen für Firmenkunden Guthaben-Gebühren eingeführt, doch mit der Einführung von Strafzinsen betritt die Raiffeisenbank Gmund Neuland.

Was tun, wenn die eigene Bank Strafzinsen einführt?

Wie würden die Sparer im Rest der Republik reagieren, wenn auch ihre Bank zu solchen Mitteln greifen würden? Eine repräsentative Umfrage der GfK im Auftrag des Berliner Online-Finanzmarktplatzes Savedo unter 1.064 Personen ergab, dass etwas mehr als die Hälfte der Befragen (55%) ihr Geld in einem solchen Fall zu Hause horten würde – trotz steigender Einbruchskriminalität. Gerade Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen bezogen überdurchschnittlich häufig diese Möglichkeit in Erwägung.

“Angesichts von derzeit fast zwei Billionen Euro auf deutschen Giro- und Sparkonten würden gewaltige Vermögenswerte ohne jegliche Rendite wohl überwiegend schlecht geschützt zu Hause aufbewahrt werden. Das macht im volkswirtschaftlichen Kontext – ebenso natürlich für den individuellen Sparer- überhaupt keinen Sinn,” kommentiert Christian Tiessen, Geschäftsführer und Mitbegründer der Savedo GmbH wenig verständnisvoll das Umfrageergebnis.