Was tun gegen die Gender Saving Gap?

Berufswahl mitentscheidend für Sparverhalten

Die wichtigste Einkommensquelle ist die Arbeit, weshalb die Berufswahl eine sehr wichtige Rolle für die spätere finanzielle Situation spielt. Welches Einkommen man in seinem Beruf erzielt, hängt auch sehr davon ab, wie geschickt man sich in Gehaltsverhandlungen schlägt. 39 % der befragten Frauen sind der Meinung, dass Mädchen und Frauen besser auf Gehaltsverhandlungen vorbereitet werden sollten, eine Meinung, die nur von 29 % der Männer geteilt wird. Dass Mädchen bereits im Schulalter besser im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich gefördert werden sollten und sie damit ihre Chancen erhöhen, in diesem Feld sehr gut bezahlte Berufe zu ergreifen, halten nur jeweils 23 % der männlichen und der weiblichen Studienteilnehmer für sinnvoll um die Sparlücke zu schließen.

“Die Studienergebnisse haben uns sehr überrascht. Wichtige Wechselwirkungen in Bezug auf eine drohende Altersarmut  werden noch immer nicht erkannt. Trotz der lauten Forderungen nach mehr Gleichberechtigung, auch im Zuge der #Metoo-Bewegung und einem politisch erkennbaren Willen ist unsere Gesellschaft noch immer nicht bei einer echten Gleichstellung angekommen. Das Weltwirtschaftsforum erwartet, dass sich die Gender Gap im wirtschaftlichen Bereich erst in 202 Jahren schließt. Dabei ist wirtschaftliche Teilhabe und Absicherung für alle Menschen gleichermaßen essentiell”, fasst Dr. Tamaz Georgadze die Studienergebnisse zusammen. “Es sticht ins Auge, dass die Studienteilnehmerinnen mit ihren Gegenmaßnahmen zur Sparlücke sehr auf eine bessere Entlastung und Unterstützung bei Alltagsthemen fokussiert sind, während die Männer vor allem ein höheres Bewusstsein, bessere Aufklärung und Bildung fordern. Sind die Männer konkret mit Einsatz – beispielsweise bei der Familienarbeit oder Entlastung alleinerziehender Mütter – gefragt, identifizieren sie diese zusätzlichen Leistungen neben der Erwerbstätigkeit der Frauen weniger als Teil der Problemlösung.” (ahu)