Was passiert mit deutschen Auslandkrankenversicherten in den USA?

Welche Richtung nimmt Obamacare nach der Trump-Wahl? © Karen Roach fotolia.com

Noch ist alles andere als klar, wie sich die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten auf die Auslandskrankenversicherungen von deutschen Expats auswirken wird. Es ist insgesamt eher mit einer Verschärfung als mit einer Erleichterung der Bedingungen zu rechnen.

Auch wenn noch über ein Monat vergeht, bis Donald Trump sein Amt als 45. US-Präsident antritt, werden bereits jetzt die ersten Punkte seiner politischen Agenda bekannt. So wird es wohl zu keiner vollständigen Abschaffung der von Obama eingeführten Krankenversicherungen kommen. In seinem ersten Interview nach der Wahl erklärte Trump im “Wall Street Journal”, dass er Obama versichert habe, dessen Vorschläge zu überdenken. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder versprochen, Obamas Gesundheitsreform („Affordable Care Act“) komplett rückabwickeln zu wollen und genau so steht es noch auf Trumps Homepage. Für die Abschaffung von „Obamacare“ spricht sich auch der US-Senat aus: So teilte etwa der Mehrheitsführer des US-Senats Mitch McConell in seiner Gratulationsrede an den designierten Präsidenten mit, dass der Senat das Wahlversprechen unterstütze und eine schnelle Rückabwicklung von Obamacare forcieren werde.

Konsequenzen für deutsche Expats in den USA

„Unabhängig davon, welche Teile der gesetzlichen Krankenversicherung tatsächlich bestehen bleiben, die Änderungen werden sehr wahrscheinlich Konsequenzen für deutsche Auswanderer und entsandte Mitarbeiter deutscher Unternehmen in den USA haben“, sagt Claus-Helge Groß, Experte für Auslandsversicherungen beim BDAE.

Erst vor kurzem mussten sich vor allem Firmen intensiv mit dem Thema Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter in den USA auseinandersetzen. Der Grund: Das Gesetz über die Krankenversicherungspflicht gilt seit 1. Januar 2014 auch für deutsche Bürger, die in irgendeiner Form steuerpflichtig in den USA sind. Damit wurden auch die Grundlagen für den Auslandskrankenversicherungsschutz neu definiert. Vor der Einführung von „Obamacare“ konnten Bundesbürger problemlos mit einer deutschen oder ausländischen Auslandskrankenversicherung in den Vereinigten Staaten leben und arbeiten, ohne finanzielle Nachteile zu haben.

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