Was nun Fed?

  • Das verhaltene Wachstum der ersten Jahreshälfte und die letzten Konjunkturdaten erleichtern es der Fed argumentativ, bei der kommenden Sitzung auf einen Zinsschritt zu verzichten.
  • Zudem gibt es für die Fed wenig Druck, jetzt etwas zu tun: Die Inflationsrate ist immer noch niedrig und die Kerninflationsrate stabil.
  • Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl wird die Fed die Zinsen nicht erhöhen wollen: Wenn schon der drohende Brexit sie seinerzeit davon abgehalten hat, die Zinsen zu erhöhen, dann sollte es die Wahl erst recht tun: Schließlich stellt Donald Trump eine größere Gefahr für die US-Wirtschaft dar als der Wunsch der Briten, die Europäische Union zu verlassen.
  • Im Dezember wird sie voraussichtlich den nächsten Zinsschritt gehen, wenn sich der Pulverdampf um die Wahlen gelegt haben hat  und bessere Wachstumszahlen fürs dritte Quartal vorliegen. In einem solchen Umfeld wird eine Zinserhöhung auch eher als positives Zeichen für eine robuste Wirtschaft verstanden.
  • Die wirtschaftliche Erholung und vor allem die deutliche Verbesserung der Beschäftigungssituation seit der Finanzkrise legen weitere Zinsschritte nahe. Dies haben namhafte FOMC-Mitglieder jüngst betont. Insbesondere hat Janet Yellen in Jackson Hole Ende August betont, dass sich die wirtschaftliche Lage deutlich verbessert hat.

Kolumne von Dr. Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim

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