Was ist nur mit Gold los?

Alexander Hofmann, Vorstand SMH AG Deutschland / Foto: © SMH AG Deutschland

Auch in anderer Hinsicht wurde der Status von Gold als Krisenschutz in Frage gestellt: So sank die Nachfrage bei Gold ETFs im Jahresvergleich von 62 Tonnen auf 33 Tonnen. Als wesentlichen Grund für die geringeren Zuflüsse in Gold-ETFs machte das World Gold Council aus, dass die in Europa gelisteten Fonds aufgrund der Unsicherheit ob der Spannung wegen den Wahlen in Italien und der geldpolitischen Unsicherheit einen großen Kapitalabfluss verkraften mussten. Für Alexander Hofmann sind die massiven Verkäufe von Gold-ETFs eine der Hauptgründe für die zurückgegangene Nachfrage. Der Vorstand der SMH AG Deutschland macht auch die aktuelle Türkei-Krise als einen Faktor aus, warum die Nachfrage nach Gold gesunken ist. So habe die dortige Zentralbanken Gold verkaufen müssen, um die eigene Landeswährung zu stabilisieren und einen totalen Kollaps zu verhindern. Somit sorgte eine Krise mit dafür, dass die Zentralbanknachfrage um 7 % zurückging.

Schadet oder nutzt der Handelskrieg dem Goldpreis?

Spätestens seit der Wahl Donald Trumps schwebt über Weltwirtschaft das Damoklesschwert eines globalen Handelskrieges. Dabei hat es der amerikanische Präsident besonders auf China abgesehen. Sollten die Spannungen tatsächlich eskalieren, befürchtet Hans Kleser negative Auswirkungen auf den Goldpreis. „Der Kapitalabzug und die Abwertung des chinesischen Yuans (vorwiegend durch den Handelsstreit von US-Präsidenten Trump ausgelöst) haben sich mehrfach negativ auf den gesamten Rohstoffmarkt ausgewirkt. Wenn man die Kurve des Goldpreises mit der des Yuan abbildet, dann zeigt diese eine fast identische Kurve an“, erläutert der Vorstand der G Deutsche Gold AG. Er glaubt sogar, dass es zwischen den USA und China zu einem Währungskrieg kommen wird, und der US-Dollar in China von einer goldgeckten Währung abgelöst wird – mit ungewissen Folgen für den Goldpreis: „Welche Goldpreisentwicklung sich damit darstellt, kann man nur erahnen.“

Hans Kleser, Vorstand G Deutsche Gold AG / Foto: © G Deutsche Gold AG

Wesentlicher gelassener sieht Ronny Wagner die Situation. „Möglicherweise ist der globale Handelskrieg der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Vielleicht aber auch nicht. Negative Auswirkungen auf den Goldpreis erwarte ich jedenfalls nicht.“ Auch Martin Siegel beunruhigen die Handelsstreitigkeiten nicht. „Die Auswirkungen des drohenden Handelskrieges auf die Edelmetallmärkte sind eher gering.“ Stattdessen unterläge der Goldpreis ganz anderen Faktoren. „Gold profitiert vor allem von einem nachlassenden Vertrauen in die Papierwährungen. Und hier gibt es viele Sollbruchstellen, die in den nächsten Monaten akut werden könnten, wie z.B. die Entwicklung des Euro mit den bekannten Krisenherden in Italien, Griechenland und Portugal oder ein Aufbrechen der Verschuldungsblasen in China, Japan, Argentinien und anderen Entwicklungsländern“, so Siegel weiter.

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